Gartenwochen: Die Natur steigt aufs Dach

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Völlig in die Natur eingebettet: Hier wächst das Grün nicht nur um das Haus herum, sondern auch obendrauf. Eine Dachbegrünung macht’s möglich.

Viele Ballungsgebiete haben zwei Dinge gemeinsam: Zum einen ist guter Wohnraum dort oft knapp oder sehr teuer, und zum anderen steigt die Feinstaubbelastung an vielen Tagen im Jahr über das erlaubte Maß. In beiden Fällen können Hausbesitzer selbst Abhilfe schaffen: Mit einer Dachbegrünung.

Mit einer Dachbegrünung auf geeigneten Haus- und Garagendächern werden Schadstoffe und Feinstaub in der näheren Umgebung gebunden.  Zudem können begrünte Dachflächen im Sinne eines erweiterten Gartens oder Freiluftsitzes als extra Lebensraum genutzt werden –ohne Mehrkosten beim Grundstückskauf.

Weniger Abwassergebühr

Zudem gibt es mit Pflanzen auf dem Dach eine verbesserte Wasserrückhaltung: Das Regenwasser wird vom Gründachaufbau aufgenommen und nur die Überschussmenge verzögert in die Regenrinne abgegeben. Dadurch wird das Kanalisationssystem merklich entlastet. In Städten mit gesplitteter Abwassersatzung kann sich das auch im Geldbeutel bemerkbar machen – die Gebühren für das Niederschlagswasser werden gegebenenfalls zurückgestuft. Durch die Verdunstungsleistung der Pflanzen wird die Luft befeuchtet und das Klima rund ums Haus verbessert sich.

Das Gründach schützt die Dachabdichtung vor Extremtemperaturen, Hagel und Witterungseinflüssen und verdoppelt so ihre Lebensdauer. Darüber hinaus wirkt der mehrschichtige Aufbau der Begrünung wie eine zusätzliche Isolierung auf dem Dach. Das spart Heizkosten im Winter und schafft im Sommer angenehm kühle Räume. Grundsätzlich können sowohl Flach- als auch Schrägdächer begrünt werden.

Es gibt zwei Arten der Dachbegrünung: die extensive und die intensive. Bei Dächern, die nicht als Garten oder Terrasse genutzt werden, sprechen die Profis von Extensivbegrünung. Diese kommt zum Beispiel auf Carports oder Garagendächern zum Einsatz. Die Gewächse der Extensivbegrünungen sind oft sehr klein, es sind zum Beispiel Steingartenpflanzen und Kräuter. Sie kommen mit wenig Wasser aus und vertragen auch den Frost im Winter.

Mehr Lebensraum

Die intensive Dachbegrünung dagegen wird oft auf Dachterrassen angepflanzt. Sie wird als erweiterter Lebens- und Erholungsraum genutzt und besteht daher zum großen Teil aus Pflanzen, die auch im normalen Garten vorkommen. Blütenreiche Stauden und Sträucher sind hier nicht ungewöhnlich. Welche Arten für welche Begrünung geeignet sind, weiß der Fachhandel.

Die Kosten für eine kleinere extensive Dachbegrünung im Selbstbauverfahren liegen bei etwa 40 bis 60 Euro pro Quadratmeter. Für eine komplette Dachbegrünung braucht der Bauherr nicht nur Pflanzen, sondern auch den entsprechenden Unterbau. Auf die abgedichtete Dachkonstruktion bringt man zuerst eine Wurzelschutzfolie auf, dann ein Schutzvlies und eine spezielle Festkörperdrainage, zuoberst ein Filtervlies und ein geeignetes Dachsubstrat.

Übrigens: „Grüne“ Garagen und Carports brauchen in den meisten Regionen Deutschlands keine spezielle Genehmigung. Eine intensive Begrünung dagegen ist beim Bauamt genehmigungspflichtig. Mancherorts gibt es sogar Zuschüsse für begrünte Dächer. (djd)

Informationen zum Thema gibt es im Internet auf www.dachbegruenung- ratgeber.de

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