Beim Hauskauf die Nebenkosten im Blick behalten

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Weil die Zinsen momentan auf einem sehr niedrigen Niveau sind, nehmen viele Personen einen Kredit auf, um ein eigenes Haus zu kaufen.

Die Kaufnebenkosten zu unterschätzen kann Immobilienerwerbern teuer zu stehen kommen – vor allem dann, wenn der Finanzierung nur eine geringe Eigenkapitalquote zugrunde liegt.

Zu den wichtigsten Kaufnebenkosten gehören die Notarkosten, die Grunderwerbssteuer, die Maklerprovision und die Kosten für den Grundbucheintrag.

Günstige Zinsen haben die Attraktivität von Baufinanzierungen gesteigert

In Anbetracht der niedrigen Zinsen für Kredite denken viele Personen über den Erwerb eines Eigenheims nach. Gemäß einer Studie des IfD Allensbach wollen in den nächsten zwei Jahren 2,33 Millionen Personen ein Haus kaufen. Vor zwei Jahren lag diese Zahl noch bei 2,27 Millionen Personen, 2015 waren es sogar nur 1,99 Millionen.

Um sich diesen Wunsch zu erfüllen, ist eine tragfähige Baufinanzierung nötig. Schließlich ist kaum jemand in der Lage, den Kaufpreis vollständig selbst zu zahlen. Bei der Baufinanzierung haben angehende Immobilieneigentümer die Wahl zwischen verschiedenen Darlehensarten. Zu den populärsten gehören folgende:

  • Annuitätendarlehen: Hier besteht die Rate, auch Annuität genannt, aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil und wird in gleichbleibender Höhe zurückgezahlt. Die Zinsen beziehen sich nur auf die Restschuld. Durch die Tilgung wird diese Kreditschuld jeden Monat kleiner, sodass mit der Zeit der Zinsanteil immer weiter abnimmt und der Tilgungsanteil um die ersparten Zinsen zunimmt. Am Ende der Zinsbindungsfrist ist die Immobilie entweder abbezahlt oder man muss ein Folgedarlehen aufnehmen.
  • Forward-Darlehen: Das Forward-Darlehen ist eine Abwandlung des Annuitätendarlehens. Der Kreditnehmer sichert sich beim Forward-Darlehen die aktuell günstigen Zinsen für einen Ratenkredit, der erst in bis zu fünf Jahren startet – beispielsweise für eine Anschlussfinanzierung.
  • Aktiendarlehen: Das Aktiendarlehen ist risikobehafteter als ein Annuitäten- oder Forward-Darlehen. Der Darlehensnehmer erhält einen Kredit, den er nicht tilgen muss. Stattdessen investiert er monatlich einen Betrag in den Aktienfonds. Mit Glück steigen die Kurse und bei Laufzeitende steht die schwarze Null. Bricht der Depotwert allerdings kurz vor der Entschuldung ein, reicht das Vermögen für die Tilgung meist nicht aus.

Weitere Informationen rund um die Baufinanzierung und wertvolle Tipps für das Beratungsgespräch bei der Bank gibt es in diesem Finanzierungsratgeber.

Diese Nebenkosten müssen beim Hauskauf mit einbezogen werden

Bei der Berechnung der Finanzierungssumme sollten angehende Immobilieneigentümer nicht nur den Kaufpreis ansetzen. Die Kaufnebenkosten stellen eine nicht unerhebliche Belastung dar. Im Einzelnen setzen sie sich aus folgenden sechs Posten zusammen:

  • Maklerprovision: Schalten Hauskäufer bei der Suche nach ihrem Traumhaus einen Immobilienmakler ein, müssen sie zwischen 3,0 und 7,14 Prozent vom Kaufpreis inklusive Mehrwertsteuer als Provision bezahlen.
  • Grunderwerbssteuer: Die Grunderwerbssteuer ist je nach Bundesland unterschiedlich hoch und rangiert zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises.
  • Notarkosten: 0,5 bis 1,0 Prozent des Kaufpreises
  • Grundbucheintrag: Kosten von 0,3 bis 0,5 Prozent des Kaufpreises
  • Immobiliengutachten: Empfehlenswert vor dem Erwerb des Hauses ist die Einholung eines Immobiliengutachtens, um die Qualität der Bausubstanz validieren zu lassen. Das kostet bei hohen sechsstelligen Kaufpreisen 500 bis 1.000 Euro – abhängig vom Architekt bzw. Bauingenieur.
  • Modernisierungskosten: Für ältere Häuser können die Modernisierungskosten schnell mehrere zehntausend Euro betragen. Wer modernisiert, muss sich zudem an gesetzliche Vorschriften wie die Energieeinsparverordnung halten.

Puffer einkalkulieren und sich über Fördermöglichkeiten informieren

Wer ein Haus oder eine Eigentumswohnung kaufen möchte, sollte bei der Finanzierung nicht nur den Kaufpreis, sondern auch die Nebenkosten berücksichtigen. Diese können mehr als 15 Prozent des Kaufpreises ausmachen. Parallel dazu sollten sich Hauskäufer darüber informieren, ob sie eine der zahlreichen Fördermöglichkeiten – wie das Baukindergeld oder das KfW-Wohnungseigentumsprogramm – in Anspruch nehmen möchten.

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