Ein neues Haus auf alten Mauern

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Sattes Grün: Das moderne Niedrigenergiehaus in Melsungen bettet sich in einen weiläufigen Garten.

Nordhessen hat eine wunderbare Landschaft zu bieten: Berge, Wälder und sanfte Höhenzüge bestimmen das Bild. Wer in einer Gemeinde in dieser Region ein Grundstück ohne Hanglage sucht, braucht möglicherweise Geduld. Die hat sich für eine Familie in Melsungen ausgezahlt.

Ein neues Haus auf alten Mauern

Nach dem Entschluss, in der Fachwerkstadt Melsungen zu bleiben, suchte die Familie einen Platz, um sesshaft zu werden. Und fand ein bebautes Grundstück, eben und mit einem atemberaubenden Blick über die Stadt. Vom Gelände war die dreiköpfige Familie sofort begeistert, vom Haus aus den 50er-Jahren nicht. Das hatte einen unspektakulären Grundriss und starken Sanierungsbedarf. „Wir wollten eigentlich einen Neubau“, sagt die Mutter einer neunjährigen Tochter. Allerdings hatte das alte Haus einen trockenen, kühlen und großen Keller.

Nach einschlägiger Beratung stand fest: Das alte Haus wird bis auf die Kellerräume abgerissen, darauf soll ein neues Haus nach den Plänen der jetzigen Besitzer entstehen. „Die Baufirma musste uns zusagen, dass der alte Apfelbaum im Garten und der Teich unbeschadet bleiben“, sagt die Eigentümerin. Das geschah. Und so realisierte die Kleinfamilie ihr Traumhaus.

Von der Richtung Norden gelegenen Straßenseite betritt man das Haus zwischen Säulen, die die Optik der Fassade aufbrechen. Der kleine Vorraum ist durch eine Glastür vom Wohnbereich getrennt, die auch im Winter meist offen steht. Das Haus ist als Niedrigenergiehaus gebaut. Eine Fußbodenheizung verbreitet angenehme Wärme. Die Solaranlage heizt Brauch- und Heizungswasser. An allen Seiten ist die Fassade vorgehängt. Ein Belüftungssystem garantiert eine permanente Belüftung des gut gedämmten Hauses.

Lichdurchflutete Zimmer

Der Wohnbereich im Erdgeschoss ist offen gestaltet und dank großer Fenster Richtung Süden und Westen lichtdurchflutet. Das Parkett wirkt mit seiner lebendigen Maserung einladend. Die Wände sind im ganzen Haus weiß. Schlichte, elegante Holzmöbel wirken für sich allein. Ein fast raumhoher Kaminofen steigert die Behaglichkeit und hilft beim Energiesparen: Durch ein wasserführendes System heizt er das Heizkesselwasser.

Vom Wohnbereich zur Küche gibt es einen Durchbruch. „Ein Kompromiss“, sagt die 45-Jährige, man habe weder eine Tür noch eine ganz offene Gestaltung gewollt. Gegenüber geht es zur Terrasse an der Westseite des Hauses. Holz und Metall prägen den Stil. Apfelbaum und Gartenteich fügen sich ganz selbstverständlich ein.

Im Haus führt eine Holztreppe ins Obergeschoss. Sie mündet direkt in das offene Arbeitszimmer. Der Galeriestil wird durch die unterschiedliche Raumhöhe zwischen 2,50 und vier Meter betont. Von hier aus gelangt man ins elterliche Schlafzimmer und das Zimmer der Tochter. Sie schläft in einem Hochbett, dessen Besonderheit erst auf den zweiten Blick auffällt: Es gibt keinen Pfosten, denn das Bett ist mittels eines Stahlträgers im Dach aufgehängt und schwebt quasi im Raum. „Das gehörte zum schlüsselfertigen Bau der Firma Sanderhaus“, sagt die Mutter.

Badezimmerlandschaft

Nebenan erstreckt sich auf 28 Quadratmetern eine Oase der Entspannung. Diesen Raum Badezimmer zu nennen, wäre untertrieben. Der türkisfarbene Boden wirkt mediterran, die meerblauen Fliesen tun ihr übriges. Eine T-förmige Wand trennt zwei Waschplätze und Dusch- sowie WC-Bereich voneinander ab. Eine Sauna verspricht Entspannung pur. Zur Ruhebank sind es nur wenige Schritte. Dort kann man sich bei gedimmtem Licht ausstrecken. Oder man genießt durch das große Panoramafenster den Blick über die Landschaft. „Vor allem abends ist das ein Traum“, sagt die Hausbesitzerin.

Von Ilona Polk

Aus der aktuellen "Meine 4 Wände"

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