Robuste und attraktive Bäume für den Klimawandel

Nur die Harten für den Garten

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Volker Lange, Gartenbauingenieur beim Umwelt- und Gartenamt der Stadt Kassel mit  einem Lampionbaum.

Der Klimawandel macht auch vor den Pflanzen im Garten nicht halt. Auch manche Bäume kommen in heißen und trockenen Sommern an ihre Grenzen. Wir stellen attraktive Bäume für den Garten vor, die dem Klimawandel trotzen.

Während gelegentlicher Starkregen von fast allen Pflanzen gut vertragen wird, sieht es bei längeren Trockenphasen und extremer Hitze anders aus, sagt Volker Lange, Abteilungsleiter Freiraumplanung beim Umwelt- und Gartenamt Kassel. Insbesondere Laubbäume, die wegen ihrer Blätter viel Wasser benötigen und verdunsten, seien dann oft nicht mehr in der Lage, sich ausreichend zu versorgen. Sie erleiden Trockenschäden oder gehen sogar ein.

Es sei daher in Zeiten des Klimawandels lohnend, sich bei geplanten Neu- oder Nachpflanzungen Gedanken darüber zu machen, welche Bäume über eine gute Hitze- und Trockenheitsresistenz verfügen. Da gebe es nämlich auch einige weniger bekannte, aber für den Garten sehr attraktive Bäume. Manche Arten seien möglicherweise nicht in jeder Baumschule verfügbar, können aber in der Regel bestellt werden, sagt der Landschaftsarchitekt.

Bienenbaum

Bienenbaum

Ein echter Hingucker ist der Bienenbaum (Tetradium daniellii hupehensis). „Mein Lieblingsbaum“, schwärmt Lange, „und für Bienenliebhaber ein ganz heißer Tipp. Er wird bis zu zehn Meter hoch und trägt im Juli/August große, weiße Blütenstände, die viele Insekten magisch anziehen. Wegen seines stark fruchtigen Duftes trägt der Bienenbaum auch den wenig schmeichelhaften Beinamen „Samthaarige Stickesche“. Aus den Blüten entwickeln sich weinrote Fruchtstände, deren schwarze Samen die Vögel gern fressen.

Blauglockenbaum

Blauglockenbaum

Tropisches Flair verbreitet der Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa), der 15 Meter hoch werden kann. Noch vor dem Laubaustrieb trägt der Baum aufrechte Blütenstände aus blau-violetten Glocken – eine seltene Blütenfarbe bei Bäumen. Danach treiben die üppigen, bis zu 50 Zentimeter großen Blätter aus, die im Hochsommer perfekt Schatten spenden. Im Herbst kommen große, glockige Fruchtkapseln zum Vorschein.

Blumenesche

Blumen-Esche

Die Blumen-Esche (Fraxinus ornus) ist ein rundkroniger Baum, der acht Meter hoch werden kann. Über dem meist kurzen, kräftigen Stamm thront im Mai eine fedrige Kugel aus cremeweißen Blütenrispen, die nicht nur bezaubernd aussehen, sondern herrlich süß duften. Im Herbst trägt der Baum intensiv goldgelbes Laub.

Felsenbirne

Eine kräftiger wachsende Art als die bekannte Kupfer-Felsenbirne ist Amelanchier arborea „Robin Hill“. Bei Pflanzung als Hochstamm entwickelt sich ein bis zu acht Meter hoher Baum mit ovaler Krone und denselben positiven Eigenschaften wie die Kupfer-Felsenbirne: weiße Blüte im Frühjahr, eleganter Wuchs, dunkelrote Früchte und spektakuläre Laubfärbung im Herbst.

Asiatisches Gelbholz

Eine gute Bienenweide im Spätsommer ist das Asiatische Gelbholz (Maackia amurensis), ein hierzulande sehr selten anzutreffender, bis zu zehn Meter hoher Baum mit breiter, schirmförmiger, offener Krone und attraktiven, gefiederten Blättern. Erst im Juli/August zeigen sich zahlreiche, stark Nektar tragende, weiße Glöckchen an den bis zu 20 Zentimeter großen Blütentrauben, an denen sich Bienen und Schmetterlinge tummeln. Im Herbst zieren hülsenartige Früchte diesen besonderen Baum.

Henry’s Linde

Neben der aus China stammenden Henry‘s Linde (Tilia henryana) gibt es noch viele weitere Lindenarten, die sich – anders als unsere heimischen Linden – durch kleineren Wuchs und höhere Hitzebeständigkeit auszeichnen. Damit wird die Linde auch für den Garten interessant, denn sie ist meist anspruchslos, wächst rasch, hat schönes, gut kompostierbares Laub und eine wundervoll nach Sommer duftende, späte Blüte. Henry‘s Linde ist mit ihren zehn Metern Wuchshöhe besonders wertvoll für Bienen und Falter und durch ihr zartes, in feinen Spitzen auslaufendes Laub sehr attraktiv.

Judasbaum

Judasbaum

Wenig bekannt ist bisher der Judasbaum (Cercis siliquastrum), der mit etwa fünf Metern Wuchshöhe relativ klein bleibt. Er besticht durch eine auffällige, violettrosa Blüte im April/Mai. Eine botanische Besonderheit ist, dass die Blüten direkt aus den Zweigen und dem alten Holz entspringen. Aus den Blüten entwickeln sich schotenartige Fruchtstände, die den Winter über am Baum hängen bleiben. Im Sommer hat der Baum schöne, rundlich-nierenförmige Blätter. Es gibt von diesem Baum auch rosa und weiß blühende Sorten.

Lampionbaum

Lampionbaum

Der bezaubernde Lampionbaum (Koelreuteria paniculata) ist ein richtiger „Vier-Jahreszeiten-Baum“, weil er immer etwas zu bieten hat: Im Frühling entwickelt sich nach einem grazilen Austrieb ein attraktives, gefiedertes Blatt, gefolgt von einer gelben, überaus üppigen Blüte im Juli/August, aus der sich auffällige, lampionartige Fruchtstände bilden, die bis in den Winter hinein am Baum hängen bleiben.

Die gelb-orangene Herbstfärbung ist genauso herrlich anzusehen wie die Blüte, und wenn er das Laub abgeworfen hat, zeigt der Baum sein malerisches Wuchsbild. „Wenn es im Garten nur Platz für einen einzigen Baum gibt, dann muss es dieser sein“, empfiehlt Lange.

Milchorangenbaum

Die Zweige des bei uns äußerst seltenen Milchorangenbaumes (Maclura pomifera) weisen kleine, aber scharfe Dornen auf, daher wird er in seinem Herkunftsgebiet (Südwesten der USA) gerne auch als Heckenpflanze verwendet. Unbeschnitten entwickelt sich ein bis zu 15 Meter Baum mit gelber Herbstfärbung. Aus den unauffälligen Blüten wachsen etwa zehn Zentimeter große, orange-gelbe, apfelsinenartige (aber nicht essbare) Früchte heran.

Stein-Eiche

Stein-Eiche

Für Fans immergrüner Gehölze ist die Stein-Eiche (Quercus ilex) ein heißer Tipp, denn dieser Baum ist bislang nur im Mittelmeerraum und sehr geschützten Lagen gewachsen. Inzwischen entwickelt er sich aber in Nordhessen und Südniedersachsen auch sehr gut und übersteht den Winter ohne Schäden. Die Stein-Eiche bildet in der Heimat Wälder und ist ein geschätzter Holzlieferant. Im Garten setzt sie immergrüne Akzente und kann aufgrund ihrer Schnittverträglichkeit als Hecke und Formgehölz gezogen werden. Ohne Rückschnitt wird diese eher kompakt aufrecht, aber langsam wachsende Eiche rund 15 Meter hoch. Gut zu wissen: Die Stein-Eiche wird von den Allergie auslösenden Raupen des berüchtigten Eichenprozessionsspinners zum Glück verschmäht.

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