Gartenwochen

Ohne die chemische Keule

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Biologischer Anbau: Für Tomaten werden die sonnigen Beete im Garten reserviert.

Den grünen Daumen hat man nicht einfach. Man bekommt ihn durch Lernen, ist sich Herbert Lohner vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sicher: „Der sogenannte Grüne Daumen entsteht nicht nur durch Ausprobieren, sondern vor allem durch Wissen, das man sich erschließt.“

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Entscheidend ist das für alle Hobbygärtner, die biologisch anbauen wollen. Denn: „Biologisch Gärtnern heißt Kenntnisse schaffen und Zusammenhänge verstehen“, erklärt Marianne Genenger-Hein vom Landesverband Rheinland der Gartenfreunde. Nur so kann man mit der Natur und nicht gegen sie arbeiten.

„Man muss schauen, was der Garten zu bieten hat, und wo man ansetzen kann, um Veränderungen vorzunehmen“, erläutert Genenger-Hein. Wie liegt das Grundstück? Wie sonnig oder schattig sind die Bereiche des Gartens. Dann folgt die Analyse des Bodens. Dabei geht es um die natürliche Feuchtigkeit und Trockenheit. Aber auch die Zusammensetzung ist von Bedeutung, was sich relativ einfach mit einer Fingerprobe erschließt. Man knetet etwas feuchte Erde – zerfällt sie dabei und krümelt, ist der Boden eher sandig. Kann die Probe geformt werden, ist der Lehmanteil eher hoch.

Es ist aber auch sinnvoll, sich eine genaue Zusammensetzung der Nährstoffe zu beschaffen. Lokale Bodenuntersuchungsstellen machen das. All diese Informationen zeigen, welche Pflanzen wo gut gedeihen können.

Ist man mit den gegebenen Bedingungen unzufrieden, lässt sich zum Beispiel der Boden verbessern. „Allerdings sollte man den Boden nicht malträtieren“, betont Genenger-Hein. Sie empfiehlt behutsames Lockern mit der Grabgabel.

Der richtige Standort

„Gemüse braucht zum Beispiel Sonne“, erklärt Genenger-Hein. So werden sonnige Beete für den Anbau von Tomaten, Paprika, Lauch und Möhren reserviert. Aber: „Wenn der Boden verdichtet ist, dann macht es keinen Sinn gleich Möhren anzubauen.“ Die Expertin rät dann zu Pflanzen mit Pioniercharakter wie Kartoffeln, Topinambur und Borretsch. Sie brechen verkrustete Strukturen auf und verbessern so den Boden. „Was im Garten nicht wächst, ist schlecht ausgewählt“, stellt Lohner klar. Jede Pflanze hat spezielle Ansprüche. Der Biologe empfiehlt den Besuch in Gartenbaubetrieben. „Hier findet man häufig eigene oder historische Züchtungen.“ Diese haben sich in der Region bewährt.

Beim Anbau von Gemüse ist es wichtig, dass man die Prinzipien der Mischkultur und der Fruchtfolge berücksichtigt. „Man plant Pflanzkombinationen, die gut zusammen passen – wie Dill und Gurke oder Zwiebel und Möhre“, erklärt Genenger-Hein. Dill und Gurke stärken sich gegenseitig und halten sich gesund. Zwiebel und Möhre brauchen unterschiedlich viel Wasser, sie konkurrieren also nicht. Wichtig ist, die Flächen im Wechsel mit unterschiedlichen Kulturen zu bepflanzen und Eigenschaften wie stark- oder schwachzehrend zu berücksichtigen. Zudem lässt man den Boden auch mal ruhen, damit er sich regeneriert. (tmn)

Von Dorothée Waechter

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