Der besondere Zimmerfarn

Phlebodium: Ein Hasenfuß mit Samtpfoten

Der Hasenfußfarn (Phlebodium aureum) betört mit blaugrünem, extravagantem Blattwerk.
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Der Hasenfußfarn „Blue Star“ (Phlebodium aureum) betört mit blaugrünem, extravagantem Blattwerk.

In einen Hasenfußfarn verliebt man sich aus vielerlei Gründen: Neben seinen apart geformten Blättern sind alle Phlebodium-Sorten, wie etwa der blaugrüne „Blue Star“, auch noch fleißige Luftreiniger und als Zimmergenossen daher sehr nützlich. Zudem lässt sich das Gewächs ganz leicht selbst vermehren.

Wenn so ein Import-Exot nun schon mal bei uns ist, ist es kein Hexenwerk, ihm ein pflanzenwürdiges Leben zu ermöglichen. Neben genug Licht, Wasser in Maßen, Nährstoffen zur rechten Zeit und artgerechter Erde wollen unsere getopften Zimmergenossen eigentlich nur eins: liebevolle Zuwendung und Aufmerksamkeit, damit wir ihre Signale und Hilferufe verstehen. Auch wenn sie lieber, wie die meisten Exoten, statt bei uns auf der Fensterbank daheim in den feuchtwarmen Subtropen wäre. Oder – je nach Art – im Gebirge oder einer kühlen Halbwüste.

Manche Neuerwerbung macht es einem in dieser Hinsicht aber auch richtig leicht, sich schockzuverlieben: etwa der robuste Hasenfußfarn (Phlebodium aureum)„Blue Star“, eine atemberaubende Zimmerpflanze mit blaugrünem Blattwerk an grazilen Stielen und dicken, behaarten oberirdischen Rhizomwurzeln. So aufsehenerregend ist seine Erscheinung, dass man dem aus Südamerika stammenden epiphytischen Gewächs, das also eine sogenannte Aufsitzerpflanze ist, am liebsten unablässig dabei zusehen möchte, wie er auf Samtpfoten übers Pflanzsubstrat kriecht – wobei kugelrunde Blattknötchen das Erscheinen eines neuen Blattwedels ankündigen.

Nach den Tropen Hawaiis, wo sich der blaue Hase als invasive Pflanze seit 1910 rasant ausgebreitet hat, müssen sich nun auch mitteleuropäische Fensterbänke auf seine stürmische Charmeoffensive gefasst machen. Pflanzenliebhaber verfallen ihm nur allzu leicht: Ein im Überschwang der Begeisterung abgetrenntes Wurzelrhizomstück unbedacht auf frische Erde gelegt – und das Rudel wächst weiter. (Von Gisela Busch)

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