Garten-Tipps

Rasenpflege im Frühjahr: So wird der Rasen wieder grün

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Wie herrlich liegt man im grünen Gras: Damit der Rasen im Garten nach den Strapazen des vorigen Sommers mit Rekordhitze und Dauertrockenheit wieder üppig, dicht und gesund wächst, benötigt er jetzt ein bisschen Zuwendung und Pflege. Foto: Panthermedia.net/Yaruta

Von einem sattgrünen Rasen träumt jeder Gartenbesitzer. Gerade jetzt im Frühling ist einiges zu tun, um die Grünflächen im Garten nach dem Winter wieder fit zu machen. Wir erklären Ihnen, wann am besten gemäht werden sollte, wie das Moos entfernt wird und welcher Dünger sinnvoll ist. 

Sattgrün, dicht wüchsig und gesund – so wünschen sich Gartenbesitzer ihren Rasen. Doch wächst das Gras nicht ganz von allein so schön: Wie alle anderen Pflanzen brauchen auch Gräser gärtnerische Zuwendung und Pflege, vor allem nach einem Supersommer wie dem vorigen mit extremer Hitze und Dauertrockenheit. Ausreichende Bewässerung, der richtige Dünger und ein regelmäßiger Schnitt gehören zur Grundversorgung.

Für die Reparatur des geschwächten Rasens, in dem sich über den Winter dazu noch Moos und Unkraut ausgebreitet haben, empfiehlt Gärtnermeister Frank Rohde aus Kassel eine Frischekur.

Schnitt nicht unter fünf Zentimeter

Auch wenn so mancher schon darauf wartete, beim Erscheinen der ersten grünen Spitzen den Rasenmäher startklar zu machen, ist etwas Geduld sinnvoller. „Zu früh sollte nicht gemäht werden, da der Stoffwechsel des Rasens noch nicht gut funktioniert und er die Wunden durch den Schnitt nur langsam schließen kann“, sagt Rohde. Die Schnitthöhe sollte nicht unter fünf Zentimeter betragen – in jeden Fall sollte man niemals mehr als das oberste Drittel schneiden. 

Zum Vorschein kommt dann leider auch das Moos, das viele Gärtner alle Jahre wieder aufs Neue verzweifeln lässt. Mögliche Ursachen für Mooswachstum können sein: viel Schatten, Nährstoffmangel oder ein nicht-optimaler pH-Wert des Bodens. Falls zum Beispiel in manchen Bereichen des Gartens das Moos nur so sprießt, dürfte der Boden zu sauer sein, der pH-Wert also unter 7 liegen.

Moos richtig bekämpfen

Von öfters empfohlenen Moosvernichtern auf Eisenbasis rät Rohde ab: Diese beseitigten zwar vorübergehend das Symptom, nicht aber die Ursache, da sie zwar das Moos verätzen, aber auch den Boden schädigen, sodass das Moos bald wiederkommen kann. Sinnvoller sei es, den Säuregrad (pH-Wert) des Bodens zu ermitteln, um festzustellen welche Versorgung mit Nährelementen wie Kalk, Kali, Phosphor und Magnesium sinnvoll ist. Für das richtige Gleichgewicht im Boden empfiehlt Rohde hier einen natürlichen Volldünger oder Bodenaktivator, der dem Rasen alle nötigen Nährstoffe bietet und von Bodenlebewesen in pflanzenverfügbare Nährstoffe umgebaut wird. „Diese Helferlein müssen regelmäßig mit Dünger gefüttert werden, da sie sonst reduziert werden oder sogar ganz verschwinden“, erklärt Rohde. Empfohlen werden pro Jahr drei Düngergaben: im Frühling, Sommer und – am wichtigsten – im Herbst.

Als Moosvernichter empfiehlt Rohde biologische Mittel auf der Basis von Pelargonsäure, welche schnell wirksam und zudem ungiftig für Bienen und andere Nützlinge sowie Haustiere sind.

Mit dem Vertikutieren, also dem mechanischen Entfernen von Rasenfilz, Moosresten und altem Schnittgut, sollte man allem bei jungem Rasen, warten, bis der Rasen mindestens dreimal geschnitten wurde.

Die scharfen Messer der Vertikutiergeräte sollten nur leicht den Boden berühren (zwei bis drei Millimeter tief), ihn aber keinesfalls aufschlitzen und damit die Graswurzeln beschädigen. Kahle Stellen können dann gleich nachgesät werden, um Unkräutern keine Fläche zu bieten.

Regelmäßig mähen fürs Wachstum

Bekanntlich wächst das Gras nicht schneller, wenn man dran zieht – oder es (wie auch die Haare) häufig schneidet. Allerdings sorgt häufiges Mähen dafür, dass sich der Rasen verzweigt und sich eine dichte Grasnarbe bildet. Vor allem hängt das Wachstum aber von der richtigen Gräsersaatmischung ab. Günstiges Saatgut wächst schneller, hat aber einen höheren Schnittgutanfall. Hochwertige Sorten wachsen langsamer und machen daher weniger Arbeit. Schließlich braucht es zur perfekten Spielwiese für die Freiluftsaison nur noch eins: regelmäßig Wasser. Bei langer Trockenheit gilt laut Rohde die Regel: Lieber einmal pro Woche tiefgründig wässern, als mehrmals oberflächlich – dann kommt der Rasen gesund durchs Jahr.

Information: Ein kostenloser Bodenberatungstag findet am 9. und am 11. April, jeweils von 10-13 Uhr und 14-17 Uhr, bei Samen Rohde in Kassel, Königsplatz 36, statt. Für den Bodentest sollte man etwa ein Kilo Gartenerde mitbringen und erhält dann eine Analyse und einen Düngeplan zur Bodenverbesserung. Kontakt: Tel. 05 61 / 1 41 22.

Ganz schön bunt: Für bunte Tupfer im grünen Rasen sorgen Inseln mit Wildblumenmischungen.

Eine Blüteninsel für Bienen & Co.

Wer für Bienen und andere Nützlingsinsekten eine Nektarquelle anbieten will, kann im Rasen eine Wildblumeninsel anlegen. Geeignet sind Saatgutmischungen heimischer Sorten, die den ganzen Sommer blühen und eine Nahrungsquelle für Insekten darstellen. Der Rasen wird vor der Aussaat entfernt. Der Standort sollte sonnig, die Erde nährstoffarm sein – eventuell mit Sand gemischt. Dank Selbstaussaat entsteht bald ein Blumenteppich.

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