Tipps vom Naturschutzbund Nabu

Rückschnitt hält viele Gehölze vital und gesund

Schnitt an einem Obstbaum mit einer Gartenschere
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Der Schnitt trägt dazu bei, Gehölze gesund zu erhalten.

Ein Gehölzschnitt kann wahre Wunder bewirken: Jungen Pflanzen verhilft er zu kräftigem Wuchs, alternden Gehölze zu neuer Vitalität. Generell trägt der Schnitt dazu bei, Gehölze gesund und kräftig zu halten, erklärt der Naturschutzbund Nabu auf seiner Internetseite. Unterschieden werden folgende Schnitttypen.

Der Aufbauschnitt bietet bei frisch gepflanzten Gehölzen die Grundlage für kräftigen Wuchs und wird im zweiten Jahr nach der Pflanzung durchgeführt. Obstbäume sollten grundsätzlich durchlässig geschnitten sein, damit Licht und Luft jede Stelle des Baumes erreichen. Feuchtigkeit trocknet schneller ab und die Früchte erhalten genug Licht, um später gut zu reifen. Mit einem guten Aufbau kann der Baum die Früchte besser tragen, die Äste brechen nicht so leicht unter der Fruchtlast.

Der Erhaltungsschnitt sorgt vor allem bei Obstgehölzen dafür, dass die erwünschte gleichmäßige Krone erhalten bleibt. Zu dicht stehende Äste oder solche, die sich kreuzen, werden herausgeschnitten (Herbst oder Frühjahr bei Frostfreiheit). Kirschen beschneidet man nach der Ernte, Ziergehölze (Hasel, Kornelkirsche, Schlehe), die im Frühling blühen, direkt nach der Blüte, denn die Knospen bilden sich danach fürs nächste Jahr. Sommerblühende Gehölze (Gemeiner Faulbaum, Blutroter Hartriegel) sind dagegen erst im Spätsommer nach der Blüte und vor der Wachstumsphase dran, wenn es noch frostfrei ist.

Der Verjüngungsschnitt hilft, wenn der Obstertrag abnimmt, tote Äste zu beklagen sind oder Sträucher kahl werden. Dabei wird das Holz sehr weit eingekürzt – bei Sträuchern oft bis auf den Stock, also in Bodennähe. Obstbäume hingegen werden im Kronenbereich radikal gekürzt. Ausnahmen: Gehölze wie Zaubernuss, Seidelbast und Nadelbäume vertragen diese Radikalkur nicht.  

Hier gibt es den Nabu-Schnittkalender als pdf-Datei zum Herunterladen.

Buchtipp: So gelingt der Gehölzschnitt

Welches Gehölz muss man überhaupt schneiden? Und vor allem warum? Mit derlei Unsicherheiten räumt Baumschulgärtner Christof Sandt in seinem feinen Schnittratgeber auf. Kranke Triebe, störende Äste, nachlassender Frucht- oder Blütenansatz – alles Gründe für Pflegemaßnahmen, deren Umsetzung Sandt so einfach wie möglich und anschaulich illustriert erläutert. Wobei dem Formschnitt bei so manchem „Ritter der traurigen Gestalt“ (dessen Wuchseigenschaften beim Kauf leider total ignoriert wurden) natürliche Grenzen gesetzt sind.

Kleine Anleitung zum Gehölzschnitt, von Christof Sandt, Pala-Verlag, 116 Seiten, 14 Euro.

(Von Gisela Busch)

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