Trennung nach langer Reise: Familie Giebing brachte vor zehn Jahren einen Bauernschrank von den Alpen mit

Ein Schrank mit Charakter

Wenn ich ihn noch irgendwo hinstellen könnte, würde ich es mit Sicherheit machen.“ Nur sehr ungern trennt sich Hans-Peter Giebing von seinem Bauernschrank, den er vor zehn Jahren aus dem Salzburger Land mit heim nach Espenau gebracht hat. Dort hat er das rustikale Möbel direkt in der Fabrik gesehen und sich sofort in den Dielenschrank verliebt. An dem Modell „Anno 1700“ von Voglauer schätzen Hans-Peter Giebing und seine Frau Nicole nicht nur die massive Qualität, erstaunliche Funktionalität und eine zeitlose Schönheit, sondern sie verbinden mit dem Stil auch die Urlaubsgefühle, die sie jedes Jahr in der Region erleben dürfen.

„Wir sind dann für drei Wochen in einer heilen Welt in einer ganz einfachen Hütte ohne fließend Wasser, Strom und Telefon“, erzählt Hans-Peter Giebing, der regelmäßig mit seinem Doppelgänger, dem Sänger Gunther Emmerlich, verwechselt wird, „sogar das Plumpsklo gehört für uns zum Urlaub dazu.“

Gemeinsam mit seiner Frau Nicole hat der Rentner inzwischen die ganze Einrichtung dem alpenländischen Stil angepasst. Ein fast identischer Bauernschrank steht in der Diele, wo er einem Sekretär Gesellschaft leistet. Die Möbel sind selbstverständlich ebenfalls handbemalt in den Farben Altblau und Altweiß und zeigen die überlieferten Muster.

Selbst im Schlafzimmer der Giebings steht ein imposantes Himmelbett, das direkt den Weg von der Alm nach Espenau gefunden haben könnte. Ergänzt wird es um einen großen Kleiderschrank im Bauern-Stil, bei dem Hans-Peter Giebing auf das aufgemalte Datum deutet: „Das Datum habe ich erst nachträglich aufmalen lassen, das wird nicht direkt von Voglauer gemacht. Wenn dem Käufer des Bauernschrankes so eine zusätzliche Zierde gefällt, kann ich gerne den Kontakt zum Maler vermitteln.“

An der Verarbeitung des Bauernschrankes schätzt der Espenauer nicht nur das massive Fichtenholz, das sechs Monate gelagert und anschließend speziell getrocknet wurde, sondern auch die biologischen Farben, Lasuren, Wasserlacke und Wachse, die bei der Herstellung benutzt wurden. „Der Schrank ist ganz einfach zu pflegen“, ergänzt Nicole Giebing, die als Zitherspielerin sogar ein Hobby hat, das zu dem alpenländischen Flair des ganzen Hauses passt, „man braucht ihn nur trocken abzuwischen - das reicht schon.“ Und sollte mal ein Malheur passiert sein und eine Stelle muss ausgebessert werden, so sei das auch gar kein Problem, berichtet Hans-Peter Giebing. Einfach Kontakt mit dem Hersteller aufnehmen und man bekommt ein kleines Farbtöpfchen, das die Originalfarbe enthält.

„Solche Schränke haben Charakter“, ist sich das Ehepaar Giebing einig, „sie müssen am besten alleine stehen, damit sie in ihrem einfachen aber gemütlichen Stil wirken können. Bisher haben sich vier Anrufer über den Bauernschrank aus Abtenau informiert, der vor zehn Jahren 2800 Euro gekostet hat, doch noch konnte sich keiner der Interessenten zum Kauf entschließen. „Manchmal muss man sich von Dingen trennen“, bedauert Hans-Peter Giebing den notwendigen Verkauf, „aber ich hoffe, dass jemand den Bauernschrank so zu schätzen weiß, wie wir es getan haben.“

Von Gitta Hoffmann

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