Mit Gehölzschnitt für mehr Artenschutz

So funktioniert eine Benjeshecke: Totes Holz voller Leben

Am Anfang ist da nur Totholz: Schon bald aber erobern Pflanzen und Tiere die Benjeshecke.
+
Am Anfang ist da nur Totholz: Schon bald aber erobern Pflanzen und Tiere die Benjeshecke.

Durch Obstbaumschnitt fällt im Garten einiges an Holz an. Dieses Totholz lässt sich prima nutzen – als Lebensraum für zahlreiche Tierarten und als attraktives Gestaltungselement im Garten. Statt gepflanzt zu werden, wird eine solche Benjeshecke nämlich „gebaut“ und stellt einen ebenso kostengünstigen wie wertvollen Beitrag zum Artenschutz dar, erklärt Gartenberater Martin Breidbach von der Gartenberatung im Verband Wohneigentum.

Namensgeber für den begrünten Wall aus Holzschnitt war der Landschaftsgärtner Hermann Benjes, der sich zu Beginn der 1980er Jahre dafür einsetzte, Agrarlandschaften nach dem seit Jahrtausenden bewährten Prinzip mit Feldhecken ökologisch aufzuwerten. „Erfunden“ wurde sie aber vor Jahrhunderten von Bauern, die einst ihr Schnittgut als Grenzmarkierung zwischen Weide- und Ackerland ablagerten. Dort sank es zusammen, wurde von Pflanzen und Tieren erobert und entwickelte sich nach und nach zu einer sehr lebendigen Hecke.

Der Bau ist ganz einfach: Stabile Holzpfähle oder auch dickere und selbst angespitzte Äste werden in zwei parallelen Reihen mit einem Abstand von 50 bis 100 Zentimeter in den Boden geschlagen, Pfostenabstand je Reihe 50 bis 75 Zentimeter. Nun wird Schnittgut eingefüllt. Längere Äste, um die Pfähle geflochten, geben der Konstruktion zusätzlichen Halt. Bald sackt das Schnittgut ab, verrottet und kann nachgefüllt werden. Schnell besiedeln Wildtiere das neu entstandene Biotop: Vögel bauen darin Nester und verbreiten Samen, Insekten und andere Kleintiere siedeln sich an, der Wind trägt Samen herbei. So erwacht die Benjeshecke zum Leben.

Vor dem Schichten des ersten Totholzes können auch Wildgehölze wie Schneeball, Felsenbirne, Hartriegel und Haselnuss in den Wall hinein gepflanzt werden. Oder man hilft später mit Stauden wie Kapuzinerkresse, Edelwicken oder Clematis nach. Efeu und Wilder Wein sorgen für eine dauerhafte Begrünung. Mehr Infos: gartenberatung.de

(Von Gisela Busch)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.