Ernährung und Garten

So können Verbraucher auf Glyphosat verzichten

+
Verbraucher können Glyphosat einfach umgehen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Aktuell wird über die weitere Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat beraten. Das Herbizid gilt als sehr wirksam, steht aber im Verdacht, Krebs zu erregen. Verbraucher haben zwei Möglichkeiten, das Gift zu meiden.

Hamburg (dpa/tmn) - Wirksam ist es, aber womöglich auch krebserregend: Um das Herbizid Glyphosat streiten die Experten. Verbraucher kommen mit dem Unkrautgift vor allem an zwei Stellen in Berührung: direkt im eigenen Garten und indirekt im Supermarkt. An beiden Stellen ist ein Verzicht möglich.

- Nahrungsmittel: Glyphosat ist in der Landwirtschaft weit verbreitet und findet sich deshalb auch in Nahrungsmitteln - und zwar nicht nur in denen, die direkt vom Feld kommen. "Glyphosat kann über das Futtermittel zum Beispiel auch ins Fleisch gelangen", sagt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Auch in anderen Produkten wie Bier wurde nach Angaben der Verbraucherschützer schon Glyphosat entdeckt.

"Relativ sicher ist man nur da, wo gar keine Herbizide zum Einsatz kommen", sagt Schwartau - also bei Bio-Produkten. Hundertprozentig ist diese Sicherheit aber auch nicht. Denn Wind oder Gewässer können das Unkrautgift vom Nachbarfeld zum Bio-Bauern tragen.

Es ist aber gut möglich, dass es dafür in Zukunft weniger Gelegenheit gibt: "Ich kann mir schon vorstellen, dass auch viele konventionelle Bauern auf Glyphosat verzichten, um auf sich aufmerksam zu machen", sagt Schwartau. "So wie das jetzt schon bei der Gentechnik ist."

- Pflanzenschutzmittel: Auch für den Hausgarten gibt es Produkte, in denen Glyphosat steckt. Natur- und Verbraucherschützer raten grundsätzlich, auf solche Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Zumal sich Unkraut nicht so leicht ausbreiten kann, wenn Hobbygärtner regelmäßig den Boden hacken oder jäten. Eine umweltfreundliche Methode ist auch das Mulchen oder Pflanzen von Bodendeckern. Beides bedeckt die Erde so dicht, dass Unkraut kein Raum zum Gedeihen bleibt.

Außerdem sind heimische Pflanzen, deren Wachstumsbedingungen auch zum Standort passen, grundsätzlich stärker und können Konkurrenten - wie Unkrautpflanzen es sind - eher unterdrücken.

Wer dennoch zu Unkrautvernichtungsmittel greifen möchte, findet aber auch Alternativen zu Produkten mit Glyphosat. "Verhältnismäßig umweltverträglich" sind laut Umweltbundesamt die natürlichen Wirkstoffe Essig- und Pelargonsäure. Sie gelten als weniger schädlich.

Informationen der Verbraucherzentrale Hamburg

Hinweise und Tipps zum Gärtnern ohne Glyphosat vom Umweltbundesamt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.