Tipps für die Grünflächensanierung

So wässern Sie den Rasen richtig: Klotzen statt kleckern

Rasensprenger
+
Rasen wässern, aber richtig. 

Damit der Rasen dauerhaft grün, gesund und widerstandsfähig bleibt, gilt es drei Grundregeln zu beachten: ausreichende Nährstoffversorgung, regelmäßiger (und nicht zu tiefer) Schnitt und sinnvolles Bewässern.

Es ist eine illustre Pflanzengesellschaft, die eine Grünfläche erst zum Rasen werden lässt: Süßgräserarten mit klangvollen Namen wie Flechtstraußgras, Horstrohrschwingel, Wiesenrispe und Deutsches Weidelgras tragen mit ihren individuellen Eigenschaften zu einem perfekten grünen Teppich bei. Je nach Standort und Verwendungszweck sind hier Trittfestigkeit, Hitzebeständigkeit oder Schattenverträglichkeit gewünscht.

Spezielle Trockenrasen-Mischungen („Mediterran-Rasen“), welche zunehmend genügsame Gräserarten wie den Rohrschwingel enthalten, seien angesichts der Klimaveränderung auch für den Hausgarten zunehmend interessant geworden, sagt Dr. Harald Nonn von der Deutschen Rasengesellschaft. „Ob man aber auf seiner Grünfläche auch Kräuter und Gänseblümchen toleriert oder nicht, das muss jeder Rasenbesitzer selbst entscheiden“.

Harald Nonn,  Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft.

 „Viele Rasenflächen werden kaputt gewässert“, sagt der Agrarwissenschaftler. Mit oberflächlichem Herumgeplätschere erziehe man den Rasen zum flachwurzelnden Säufer. Sinnvoller sei hier „Klotzen statt Kleckern“, also bei lang anhaltender Trockenheit kräftig und tiefgründig (20 bis 25 Liter pro Quadratmeter Rasenfläche), aber dafür in größeren Abständen abends und höchstens einmal pro Woche zu wässern. Auf diese Weise bildeten sich tiefgründige Wurzeln, welche die Pflanzen besser versorgen.

Auch beim Mähen kann man einiges falsch machen, sagt Nonn. Gern werde zu selten gemäht und dann auch noch zu tief. Dies bedeute extremen Stress für die Gräser und begünstige – im Zusammenwirken mit Nährstoffmangel – auch die Bildung von Moos. Werde das Gras dagegen häufiger, aber nur zu 30 bis 50 Prozent gekürzt, bildeten die Pflanzen mehr Seitentriebe und die Grasnarbe werde dichter – ein Effekt, der vor allem beim Einsatz moderner Rasenroboter zu beobachten sei.

Wenn der Rasen dennoch unansehnlich geworden und trotz aller Pflege nicht mehr zu retten sei, empfiehlt Nonn eine Grundsanierung. Diese sei in nur fünf Arbeitsschritten – ganz ohne Umgraben – möglich (siehe Anleitung links).

Info:Mit weiteren Fragen rund um das Thema Rasen können sich Interessanten per Mail wenden an info@rasengesellschaft.de

In fünf Arbeitsschritten zum neuen Rasen - so geht es: 

Die Sanierung alter Rasenflächen erfordert kein aufwendiges Umgraben oder Umfräsen, erklärt Dr. Harald Nonn, Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft. Eine Rasensanierung gelingt auch ohne Umgraben in nur fünf Arbeitsschritten:

1. Tief mähen: Ein Tiefschnitt schwächt die alte Vegetation und bereitet die Fläche für das Vertikutieren vor.

2. Stark vertikutieren: Mehrmaliges Anritzen der Grasnarbe beseitigt den oberirdischen Altbestand und bereitet das Saatbett vor. Unebenheiten des Bodens können bei dieser Gelegenheit ausgeglichen werden.

3. Einsaat und Starterdüngung: Eine hochwertige Saatgutmischung gleichmäßig ausbringen – die Basis für dauerhaft guten Rasen. Der Starterdünger sichert die Nährstoffversorgung der Keimlinge und jungen Gräser.

4. Abdecken mit Torf: Eine dünne Torfschicht verbessert den Bodenschluss und die Wasserversorgung. Die Saat wird zugleich vor Vogelfraß geschützt. 

5. Regelmäßig wässern: Etwa drei Wochen lang muss die Fläche ständig feucht gehalten werden. Dies ist entscheidend für den Gesamterfolg. Ist das Saatgut einmal aufgequollen und keimt, darf es nicht austrocknen, da sonst die Rasenkeimlinge schnell absterben. Kahlstellen oder schütterer Rasen sind die Folge. Nach etwa sechs Wochen sind die neuen Rasengräser gut angewurzelt. Nun sollte man nochmals einen Langzeitdünger ausbringen. Diese Nährstoffzufuhr ist sehr wichtig für die jungen Rasengräser, damit sie kräftiger werden, üppige Blattmasse bilden und den Rasen schön dichtmachen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.