Gartenmythen erklärt

Soll man Gartenbeete in Nord-Süd-Richtung anordnen?

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Die Ausrichtung der Felder nach Himmelsrichtungen kann Sinn machen, da sich manche Pflanzen sonst das Sonnenlicht rauben. Im Hausgarten hält sich das Problem aber in Grenzen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Solaranlagen werden für einen größtmöglichen Ertrag zur Sonne ausgerichtet. Die Idee ist nicht neu - so lautet auch ein traditioneller Gartentipp: Beim Anlegen von Gemüse- und Zierbeeten soll man den Verlauf der Sonne berücksichtigen.

Berlin (dpa/tmn) - Der englische Bio-Gärtner Charles Dowding muss es wissen. Er hat ein Buch zu Gartenmythen geschrieben und kann einschätzen, ob eine Nord-Süd-Anordnung von Beeten wirklich sinnvoll ist.

Charles Dowding empfiehlt möglichst eine Nord-Süd-Ausrichtung. Denn dann wirft eine Reihe mit höheren Gewächsen zur Mittagszeit keinen Schatten auf die niedrigeren Pflanzen. Das ist der Fall bei einer Ost-West-Ausrichtung der Reihen.

Allerdings betont Dowding auch, dass sich das Problem im Hausgarten in Grenzen hält: Die meisten Gemüsepflanzen wachsen nicht so hoch und dazu nicht über so lange Zeit hoch genug, um die Wuchskraft der Nachbarn im Beet tatsächlich einzuschränken.

Dowding empfiehlt stattdessen, im Garten stärker auf die Zugänglichkeit zu achten als auf die Ausrichtung etwa nach Himmelsrichtungen. So sei etwa wichtiger, wo sich der Eingang zum Garten befindet. Denn davon ausgehend sollte man den Zugang zu den Beeten sowie die Wege zwischen den Pflanzreihen festlegen.

Sein Extra-Tipp: Wenn vorhanden, einen leichten Hang als Standort für Beete in Betracht ziehen - und zwar so, dass die Reihen von oben nach unten verlaufen und nicht quer am Hang. So bleiben Wasser- und Kompostgaben, die sich durch die Schwerkraft den Hang hinunterbewegen, im Beet und treten nicht an den Seiten aus.

Literatur:

Charles Dowding: Gelassen gärtnern - 99 Gartenmythen und was von ihnen zu halten ist, Oekom Verlag, München, 2016, 144 Seiten, 14.95 Euro, ISBN-13: 978-3-86581-769-3

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