Die Blüte verlängern

Sollte der Gärtner verwelkte Blüten immer entfernen?

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Für eine zweite Blüte ist es ratsam, die welken Blütenstände abzuschneiden. Doch das kann viel Arbeit in einem großen Garten machen, und unbedingt notwendig ist es nicht. Foto: Daniel Naupold/dpa

Gerade bei Pflanzen mit ausgeprägter Blütenbildung kann das entfernen verwelkter Blüten sehr lästig sein. Doch ist diese Arbeit überhaupt erforderlich? Eine Expertin der Königlichen Gartenakademie in Berlin klärt auf.

Berlin (dpa/tmn) - Ein verbreiteter Tipp für Hobbygärtner lautet: Kopf ab! Denn entfernt man an Sommerblumen verwelkte Blütenköpfe immer wieder, blüht die Pflanze länger.

Sie steckt dann nicht ihre wertvolle Energie in die Bildung von Samen. Weil man ihr den Nachwuchs in Form der Samen nimmt, produziert sie schnell neue Blüten, um den natürlichen Kreislauf beizubehalten.

Doch das kann durchaus etwas Arbeit in einem großen Garten, aber auch schon auf einem reich blühenden Balkon bedeuten. Es stellt sich also die Frage: Geht es nicht auch ohne?

Klar, sagt Isabelle Van Groeningen, Dozentin an der Königlichen Gartenakademie in Berlin. Die Natur kennt ein Abschneiden ja auch nicht. Außerdem haben Gärtner auch von vielen verblühten Pflanzen optisch noch etwas: "Viele Stauden bilden nach der Blüte sehr schöne Samenstände", sagt die Gartenexpertin.

"Diese sind aber nicht nur optisch ein Reiz, sondern sie bieten Insekten eine wichtige Rückzugsmöglichkeit und den Vögeln Futter." Nur bei den Einjährigen lohnt es sich, die Pflanze daran zu hindern, Samen zu bilden und die verblühten Blüten regelmäßig zu entfernen, damit sie weiter blühen.

Sie rät daher Hobbygärtnern, die nicht wissen, ob die Pflanze Samenstände bildet, die ersten verwelkten Blüten stehen zu lassen und abzuwarten. Handelt es sich um so eine sterile Blüte, lohnt es sich natürlich, alle paar Tage Verwelktes abzuschneiden und so die Blüte zu verlängern.

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