Das Spiel mit dem Feuer

Weihnachtszeit bedeutet Kerzenzeit: Ob Honig-, Duft- oder Stumpenkerze – überall im Haus verströmen die Wachsgebilde Wärme und Behaglichkeit. Doch auch in keiner anderen Zeit kommt es zu so vielen Brandunfällen wie im Dezember.

„Gerade in der Adventszeit sollte man Kerzen nie außer Acht lassen“, warnt Christian Malsch, Geschäftsführer der Döka Feuerlöschgerätebau GmbH und der Firma Niemeyer Feuerschutz GmbH in Kassel. Denn häufig sind die Kerzen in ein Gesteck eingebunden oder von weihnachtlicher Dekoration umgeben, die sich leicht entzünden kann.

Feuerlöscher für den privaten Gebrauch

Für den Fall der Fälle sollte jeder Haushalt über einen Feuerlöscher und mehrere Rauchmelder verfügen. „Ein Frühwarnsystem in Form von Rauchmeldern sowie ein Feuerlöscher, der große Brände schnell verhindern kann, ist unerlässlich“, sagt Christian Malsch.

Für den privaten Gebrauch empfiehlt er einen zugelassenen Handfeuerlöscher nach DIN EN 3. „Am besten entscheidet man sich für ein Sechs-Liter-Schaumgerät mit den Brandklassen A, B und F – das ist auch in der Küche einsetzbar und die Folgeschäden sind durch das darin enthaltene Löschmittel sehr gering.“ Die Feuerlöscher für den Heimgebrauch sind leicht zu handhaben: Die Druckhebel- oder Schlagknopfarmatur wird einfach runtergedrückt und man kann direkt anfangen zu löschen. Wichtig ist trotzdem, dass alle Familienmitglieder in die Benutzung des Feuerlöschers eingewiesen werden – auch die Kinder.

„Wenn möglich, hängt man den Feuerlöscher am besten im Flur auf, in circa einem Meter Höhe. Dann hat man ihn stets griffbereit und auch gleich in der richtigen Höhe“, sagt Malsch. Für ein Sechs-Liter-Schaumgerät zahlt man etwa 100 Euro. Die Geräte halten bis zu 25 Jahre, vorausgesetzt sie werden, wie empfohlen, alle zwei Jahre gewartet.

Frühwarnsystem per Funk

Rauchmelder sollten überall dort im Haus angebracht werden, wo Brände schnell entstehen und gefährlich werden können: also in der Küche sowie im Wohn-, Kinder- und Schlafzimmer.

Dabei ist zu beachten, dass der Rauchmelder für die Küche in einem angrenzenden Bereich angebracht wird, weil er sonst bereits durch aufsteigenden Wasserdampf ausgelöst werden kann. Auch wer einen Kamin- oder Kachelofen hat, sollte den Rauchmelder besser im Flur anbringen.

Malsch empfiehlt ein Frühwarnsystem mit Funksendemodul. Damit wird von dem Zimmer, in dem ein Brand entsteht, ein Signal an alle anderen Rauchmelder im Haus gesendet, sodass man, egal wo man sich aufhält, sofort gewarnt ist. Wer also auf Kerzen nicht verzichten möchte, sollte in eine ausreichende Brandprävention investieren, damit das flackernde Lichterspiel nicht zum flammenden Inferno wird.

Von Eva-Maria Biedenbach

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