Erlaubt?

Streit um „Bonzen-Rad“ im Treppenhaus: Nachbarn starten irren Zettel-Krieg

Blick durchs Treppenhaus
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Ein Anwohner in Berlin stellte sein Motorrad im Treppenhaus ab. (Symbolbild)

Was dem einen Nachbarn egal ist, kann dem anderen gehörig auf die Nerven gehen: Der Streit um ein "Bonzen-Rad" im Treppenhaus sorgte in Berlin für einen Zettel-Krieg.

  • In Berlin haben sich Anwohner um ein „Bonzen-Rad" gestritten.
  • Das Gefährt wurde wohl von einem Nachbarn im Treppenhaus abgestellt.
  • Die Diskussion wurde über angeklebte Zettel* geführt.

Blumenkübel, Schuhschränke, Gehhilfen: Im Treppenhaus von Mehrfamilienhäusern stellen Mieter immer wieder gerne Sachen vor der Wohnungstür oder im Treppenhaus ab, die in den eigenen vier Wänden keinen Platz mehr haben. Damit machen sie sich aber nicht immer bei den Nachbarn beliebt, die sich ärgern, wenn sie sich im Hausflur daran vorbeiquetschen müssen. In Berlin sorgte nun ein Motorrad für Aufruhr, das in einem Haus in Schöneberg abgestellt wurde.

"Bonzen-Rad" im Treppenhaus verärgert Bewohner - der bekommt es geballt von den Nachbarn zurück

„Das ist unser gemeinsames Treppenhaus und nicht Privatgarage für dein ‚Bonzen-Rad‘!“, schrieb ein empörter Anwohner auf einen Zettel, den er auf besagtes Motorrad klebte. Ein Foto des besagten Rades mitsamt Zettel wurde von den Betreibern des Instagram-Accounts „notesofberlin“ geteilt. Bei dem einen Zettel bleib es aber nicht, wie in dem Beitrag zu sehen ist: Auf die erste Nachricht folgten noch drei weitere, wohl ebenfalls von Bewohnern des Hauses. (Klicken Sie sich durch die Instagram-Galerie, um alle Nachrichten zu lesen.)

Diese finden das „Bonzen-Rad“ überhaupt nicht störend und kritisieren den Verfasser des ersten Zettels: „Also mich stört‘s nicht. Und was Bonze ist, ist Ansichtssache...“, meint einer. Ein zweiter schreibt: „Jetzt mal Stock aus dem Po!! Das gute Stück stört keinesfalls. Wenn‘s mal Auslauf braucht und du keine Zeit hast, dann kümmern wir uns gerne darum. Es lebe das Rückgrat und die Toleranz!“ Ähnlich sieht es auch der Autor eines letzten Zettels: „Mich stört es auch nicht! Was mich aber stört, sind Loser, die anonym beleidigen."

Auch interessant: So genial reagiert ein Anwohner auf einen tadelnden Aushang seiner Mitmieter.

Regeln im Mietshaus: Dürfen Fahrräder im Treppenhaus abgestellt werden?

Generell müssen Fahrräder oder anderer fahrbarer Untersatz wie E-Scooter im Mietshaus nicht geduldet werden, informiert das Portal Immowelt. Anders als bei Kinderwagen oder einem Rollator ist ein Fahrrad nicht zwingend für die Mobilität nötig. Im Gegenteil: Gerichte gehen davon aus, dass jemand, der fit genug ist, ein Fahrrad zu fahren, es auch in den Keller oder in die Wohnung tragen kann. „In der Praxis mag das zwar oft vom Vermieter geduldet werden. Ein Anspruch ergibt sich daraus jedoch nicht“, sagt Werner vom Berliner Mieterverein.

Bei kraftstoffbetriebenen Fahrzeugen wie Motorrädern kommt zudem noch der Aspekt des Brandschutzes hinzu. Selbst das Abstellen im Keller gehört üblicherweise nicht zum vertragsgerechten Gebrauch einer Mietsache und Bedarf der Zustimmung des Vermieters, so das Portal Mietrecht.com. *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Lesen Sie auch: Bewohner macht aus Treppenhaus einen Marktplatz - „Spießer“ beschweren sich.

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