Stress mit dem Vermieter: Das können Sie dagegen tun

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Verzweifeln Sie nicht, wenn Sie Stress mit dem Vermieter haben. Unsere Tipps helfen Ihnen, sich richtig zu verhalten.

Trautes Heim, Glück allein: Nicht, wenn Sie Stress mit dem Vermieter haben. Sachmängel in der Wohnung, Schäden oder eine plötzliche Mieterhöhung zerren an Ihren Nerven. Mit unseren Tipps erfahren Sie, wie Sie sich bei einem Konflikt richtig verhalten.

Häufige Gründe für Stress mit dem Vermieter

Kommt es zum Streit mit dem Vermieter, stehen Sie als Mieter häufig hilflos da. Denn ausgebuffte Eigentümer nutzen rechtliche Grauzonen zu ihrem Vorteil aus – der Leidtragende sind Sie. Zumal Sie vielleicht auch nicht wissen, welche Mieterrechte Sie haben. Zu den gängigsten Konflikten zählen:

  • Ihr Vermieter schickt Ihnen eine überhöhte und intransparente Nebenkostenabrechnung.
  • Sie entdecken Mängel in Ihrer Wohnung, die Vermietersache sind – zum Beispiel Schimmel an den Wänden oder marode Stromleitungen.
  • Sie streiten sich wegen Rechten und Pflichten, die sich aus dem Mietvertrag ergeben – weil Sie ein Haustier halten oder auf Ihrem Balkon grillen wollen.
  • Ihr Vermieter kündigt eine Mieterhöhung an – etwa wegen notwendigen Sanierungen.
  • Sie erhalten die Kündigung Ihrer Wohnung.

Gerade undurchsichtige Abrechnungen sorgen bei vielen Mietern für Stirnrunzeln. Häufig bestehen sie aus einem Mix an Zahlen, Verteilerschlüsseln und Einzelposten. Das macht es schwer, sie zu verstehen, zu überprüfen und rechtlich zu bewerten. Dabei ist laut dem Deutschen Mieterbund im Schnitt jede zweite Abrechnung in Deutschland fehlerhaft.

Wichtig: Eine saubere Nebenkostenabrechnung darf nur Posten enthalten, die im Mietvertrag fixiert sind. Reparaturen oder Arbeiten zur Instandhaltung des Wohnobjekts – etwa ein neuer Fassadenanstrich – muss der Vermieter bezahlen. Glauben Sie, dass Ihre Abrechnung falsch ist, vergleichen Sie sie mit dem Dokument aus dem letzten Jahr. So erkennen Sie, ob Beträge extrem voneinander abweichen. Trifft dies zu, haben Sie das Recht binnen eines Jahres beim Vermieter Widerspruch einzulegen.

Niemals Mietzahlungen einstellen

Wichtig: Verzichten Sie darauf, über Wochen oder Monate keine Miete mehr zu bezahlen, wenn Sie Streit mit dem Vermieter haben. Sonst riskieren Sie eine fristlose Kündigung. Lassen Sie es nicht dazu kommen. Probieren Sie es zunächst mit einem klärenden Gespräch. Trägt dies keine Früchte, versuchen Sie eine Mietminderung durchzusetzen. Dafür brauchen Sie allerdings gute Argumente. So muss ein erheblicher Mangel in Ihrer Wohnung vorliegen, den Sie nicht selbst verursacht haben. Wichtig ist zudem, dass Sie Ihren Vermieter schriftlich und nachweisbar – also per Einschreiben oder persönliche Übergabe – dazu auffordern, den Mangel in einem angemessenen Zeitraum zu beheben.

Den Mieterschutzbund kontaktieren

Der deutsche Mieterschutzbund vertritt Ihre Interessen und unterstützt Sie bei allen Fragen rund um Ihre Miete. Er setzt da an, wo Sie nicht mehr weiter wissen – etwa bei Stress mit dem Vermieter. Dazu bietet er Ihnen eine umfassende rechtliche Beratung an. Zudem übernimmt der Mieterschutzbund auch den Schriftverkehr mit Behörden, Vermietern oder Rechtsanwälten.

Um die Dienste des Vereins zu beanspruchen, müssen Sie allerdings Mitglied sein. Das kostet Sie einen Jahresbeitrag von 80 Euro plus eine einmalige Aufnahmegebühr von 20 Euro. Ihr Vorteil: Sie können jederzeit Mitglied im Mieterschutzbund werden – auch, wenn Sie sich aktuell in einem Rechtsstreit mit Ihrem Vermieter befinden. Ihre Mitgliedschaft wird sofort aktiv, sobald Sie die Einmalgebühr bezahlt haben.

Rechtsschutzversicherung abschließen.

Grundsätzlich gilt: Bevor Sie einen Rechtsstreit mit Ihrem Vermieter beginnen, holen Sie sich professionelle Unterstützung. Eine Mietrechtsschutzversicherung schützt Sie im Streitfall vor zu hohen Ausgaben. Sie übernimmt die Kosten, die bei einem Rechtsstreit entstehen.

Der Rechtsschutz für Mieter ist in der Regel Bestandteil einer privaten Zusatzversicherung. Daher schließen Sie diese Police oft im Zusammenhang mit einer privaten Rechtsschutzversicherung ab. Das kostet Sie nur wenig Geld – einen Privatrechtsschutz erhalten Sie je nach Anbieter bereits ab einem Monatsbeitrag von acht Euro. So sind Sie im Falle eines Rechtsstreits mit Ihrem Vermieter gewappnet.

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