Strickjacke statt Wärmedämmung

Muss nicht sein: Eine gute Dämmung und damit verbunden ein energieeffizientes Gebäude sind Mütze und Schal in jedem Fall vorzuziehen. Foto:  Fotolia

Populäre Irrtümer sind wie Unkraut - schwer auszurotten. Auch bei der energetischen Modernisierung halten sich hartnäckig immer wieder kolportierte Fehleinschätzungen. "Diese Irrtümer können Eigentümer nicht nur viel Geld kosten, sondern die Gesundheit gefährden", so Schwäbisch Hall-Experte Sven Haustein aus Erfahrung.

Neue Fenster sind schuld, wenn Schimmel entsteht

Nicht die Fenster sind schuld, sondern das nicht angepasste Lüftungsverhalten. Heutige Isolierglasfenster sind fast vollkommen luftdicht. Damit Feuchtigkeit abziehen und durch trockene Frischluft ersetzt werden kann, muss häufiger gelüftet werden. Der beste Schutz vor Schimmel ist mehrmals tägliches Stoßlüften. Dadurch kühlen die Wandoberflächen kaum ab und frische Luft wird schneller wieder warm. Eine Alternative ist der Einbau einer Lüftungsanlage.

Wände können nicht mehr atmen

Wände atmen nicht, sie sind luftdicht – ob mit oder ohne neue Dämmung. Zu beachten ist, dass eine nachträgliche Wärmedämmung sorgfältig und professionell angebracht wird, damit in der Raumluft enthaltener Wasserdampf zusammen mit der Wärmeströmung „schadensfrei“ durch das Bauteil wandert.

Lieber ziehe ich mir eine Strickjacke an

In einem weitestgehend wärmebrückenfrei konstruierten Neubau geht das – schließlich spart jedes Grad weniger Raumtemperatur etwa sechs Prozent Heizenergie. Im Altbau kann diese Idee aber verheerende Folgen haben: Je geringer die Raumtemperatur, desto kälter werden die Oberflächen der Außenbauteile. Die Folge kann erhöhte Schimmelbildung sein, weil sich die Feuchtigkeit an kalten Stellen leichter niederschlägt.

Schlafzimmer braucht keine Heizung

Ganz falsch. Zwei Personen atmen jede Nacht rund sechs Liter Wasser in Form von Wasserdampf aus. Wird nicht wenigstens etwas geheizt und morgens stoßgelüftet, braucht man sich nicht zu wundern, wenn die sich an den kalten Oberflächen niederschlagende Feuchtigkeit ideale Wachstumsbedingungen für den gefürchteten Schimmel bietet.

Anspruch auf staatliche Förderung

Die Förderbedingungen sind zwar klar geregelt, können sich aber, etwa bei den KfW-Programmen, jederzeit ändern. Die BAFA-Fördermittel für erneuerbare Energien werden gar nur im Nachhinein nach dem „Windhundverfahren“ vergeben. Ist zum Zeitpunkt des Antrags der Fördertopf leer, geht man genau so aus: leer. NH

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