Strom Marke Eigenbau

Hülle, die Strom erzeugt: Photovoltaikmodule müssen nicht nur auf dem Dach ihren Platz finden, neue Entwicklungen erlauben beispielsweise die Verkleidung von Fassaden. Foto:  Rheinzink

In der Regel wird der Strom einer Solarstromanlage nicht dort verbraucht, wo er entsteht – er wird ins allgemeine Stromnetz eingespeist. Der Besitzer der Anlage bezieht seinen Strom, den er zu Hause braucht, auch aus dem Netz. Wird Solarstrom gleich an Ort und Stelle verbraucht, sprechen Experten von einem sogenannten Eigenverbrauch. Bislang war er sehr selten. Das könnte sich jetzt ändern. Denn seit dem Sommer lohnt sich der Eigenverbrauch in Privathaushalten viel mehr als früher. Die Bundesregierung hat die sogenannte Einspeisevergütung erhöht und zusätzlich noch einen neuen Bonus eingeführt. Damit sollen Haushalte belohnt werden, die mehr als dreißig Prozent des Stroms ihrer Solarstromanlage selbst verbrauchen.

Fachleute erwarten, dass viele künftig zuhause darauf achten, ihren Ökostrom nach Möglichkeit selbst zu nutzen. Dazu muss man aber wissen, wie viel Strom überhaupt gerade auf dem Dach produziert oder zu Hause verbraucht wird. Beides gleichzeitig zu messen, ist bislang noch sehr umständlich.

Die Industrie hat dies erkannt und bringt nun Geräte auf den Markt, die Haushalten den Eigenverbrauch erleichtern. Die Firma SMA zum Beispiel entwickelt zurzeit einen sogenannten Homemanager. Das Gerät verknüpft Haustechnik und Solarstromanlage. Ein kleiner Computermonitor zeigt rund um die Uhr aktuelle Daten für Verbrauch und Produktion. „So erhält man einen Überblick, wie viel Strom zurzeit im Haus verbraucht und wie viel Solarstrom auf dem Dach erzeugt wird“, sagt Anja Jasper von SMA. Das Gerät wird ab Mitte des kommenden Jahres erhältlich sein. Ob es sich für Privathaushalte lohnt, solche Geräte zu kaufen, ist noch unklar. „Das sollte man gegebenenfalls von einem Fachmann ausrechnen lassen“, sagt Udo Schoofs von der Energieagentur Regio, einem Beratungsunternehmen aus Freiburg.

Den Strom einfach wie früher ins Netz abzugeben lohnt sich jedenfalls immer weniger. Die Grundvergütung für Solarstrom wird Jahr für Jahr geringer. 2009 betrug sie noch 43 Cent pro kWh, ab dem ersten Januar 2011 sind es voraussichtlich nur noch 29,59 Cent.

Von Holger Dirks

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