Ausblick 2105

Überblick im Förderdschungel

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Günstiger zum Eigenheim: Wer bei der Finanzierung Förderprogramme nutzt, kann viel Geld sparen.

Vater Staat greift Bauherren und Wohnungskäufern bei der Erfüllung ihres Wunsches nach den eigenen vier Wänden mit einer Vielzahl von Förderungen kräftig unter die Arme.

„Im Förderdschungel den Überblick zu behalten, ist allerdings nicht ganz einfach“, weiß Schwäbisch Hall-Experte Sebastian Flaith und erklärt die wichtigsten Programme und Zuschüsse.

Wohn-Riester-Förderung

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Die Wohn-Riester-Förderung ist dank hoher staatlicher Zulagen auf überschaubare eigene Sparleistungen der Turbo für die Finanzierung selbst genutzten Wohneigentums. Sie lässt sich sowohl zur Eigenkapitalbildung als auch zur Tilgung oder Umschuldung eines Baukredits einsetzen.

Die volle Grundzulage von jährlich 154 Euro erhält, wer vier Prozent seines Bruttoeinkommens des Vorjahres auf einem Riestervertrag anlegt, maximal aber 2100 Euro inklusive Zulagen. Für jedes vor dem 1.Januar 2008 geborene Kind gibt es zusätzlich 185 Euro, für ab diesem Stichtag geborenen Nachwuchs sogar jeweils 300 Euro. Eine klassische Käuferfamilie mit zwei kleinen Kindern kann demnach pro Jahr 908 Euro extra für die Finanzierung aufbringen. Zusätzlich sind für Riester-Sparer Steuervorteile möglich, die man im Einzelfall vom Steuerberater prüfen lassen sollte.

Bausparer aufgepasst

Nicht verschenken sollten Arbeitnehmer die Möglichkeit, vermögenswirksame Leistungen (vL) ihres Arbeitgebers förderfähig anzulegen. Alleinstehende Bausparer erhalten darauf die Arbeitnehmer-Sparzulage von jährlich 43 Euro, Verheiratete von 86 Euro. Zusätzlich gewährt der Staat auf die jährliche Sparleistung von 512 Euro die Wohnungsbauprämie (WoP) von bis zu 45,06 Euro für eine Einzelperson, 90,11 Euro für ein Ehepaar.

Voraussetzung ist jeweils, dass das zu versteuernde Jahreseinkommen die Höchstgrenze nicht überschreitet: Im Falle der WoP sind das etwa für ein gemeinsam veranlagtes Ehepaar 51.200 Euro – das tatsächliche Bruttoeinkommen kann allerdings deutlich höher sein.

Energiebewusst bauen

Eine wichtige Anlaufstelle für Bauwillige ist die staatliche KfW. Sie hält ein ganzes Bündel von Förderprogrammen mit zinsgünstigen Darlehen oder direkten Zuschüssen bereit. Beim KfW-Wohneigentumsprogramm können Selbstnutzer einen Kredit von bis zu 50 000 Euro erhalten, gegenwärtig ab einem effektiven Zinssatz von 1,51 Prozent.

Energieeffizientes Bauen wird bei der KfW besonders gefördert: Wer ein Eigenheim errichtet, das den Kriterien eines KfW-Effizienzhauses genügt, bekommt sein Darlehen aktuell sogar schon zu einem Effektivzins von 1,00 Prozent. Besonderer Clou: Die KfW-Fördermittel sind auch flexibel miteinander kombinierbar.

Land, Gemeinde, Stadt

Eine Reihe von Bundesländern hält ebenfalls Fördertöpfe für Häuslebauer bereit. Im Unterschied zu den KfW-Programmen sind diese Darlehen und Zuschüsse aber häufig an Einkommensgrenzen gebunden und richten sich vor allem an Familien mit Kindern.

Aber auch immer mehr Städte und Gemeinden versuchen, insbesondere junge Bauherrenfamilien mit günstigem Bauland oder attraktiven Krediten anzulocken. Ob man am Wohnort seiner Wahl mit Baugeld vom Bürgermeister rechnen kann, verrät bei Eingabe der Postleitzahl eine Daten-bank unter www.aktion-pro-eigenheim.de. (nh)

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