Urteil: Mieter müssen Einbau von Isolierfenstern dulden

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Mangelnde Energieeffizienz: Mieter müssen es dulden, wenn der Vermieter besser isolierte Kunststofffenster einbauen möchte. Foto: Jens Schierenbeck

Vermieter müssen sich um ihre Immobilien kümmern. Doch nicht jede bauliche Maßnahme müssen Mieter hinnehmen. Allerdings können sich die Bewohner nicht dagegen wehren, wenn eine Wohnung energetisch auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden soll.

Berlin (dpa/tmn) - Alte Holzfenster sind oft wenig energieeffizient. Daher müssen Mieter es dulden, wenn Vermieter besser isolierte Kunststofffenster einbauen wollen.

Das geht aus einer Entscheidung des Landgerichts Berlin hervor (Az.: 65 S 144/15), über die die Zeitschrift "Das Grundeigentum" (Heft 18/2015) des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin berichtet. Auch der Einbau einer Gasetagenheizung ist eine zu duldende Modernisierung, wenn die Wohnung zuvor über Kachelöfen beheizt wurde.

In dem verhandelten Fall wehrte sich die Mieterin gegen den Einbau von Isolierglasfenstern und wollte ihre Wohnung auch weiterhin mit dem Kohleofen beheizen. Hier verwende sie vor allem Holz, das sei ein CO2-neutraler Brennstoff, so ihre Argumentation. Die Gasetagenheizung wollte sie daher nicht in ihrer Wohnung haben.

Vor Gericht hatte die Mieterin aber keinen Erfolg: Den Einbau der Isolierglasfenster müsse die Mieterin dulden. Die modernen Fenster dienten dazu, Energie einzusparen. Gleiches gelte für die Gasetagenheizung. Auf die Auffassung der Mieterin, Kohleöfen seien behaglicher, komme es hierbei nicht an. Eine Gasetagenheizung erhöhe den Wohnwert, der Einbau könne daher nicht verhindert werden.

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