Vergessene Früchte entdecken

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Besondere Früchtchen: Die tiefblauen Schlehen müssen Frost abbekommen, bevor man sie in der Küche verwertet. Essbare Zierquitten haben einen hohen Vitamin-C-Gehalt.

Apfel, Birne und Zwetschge haben viele im eigenen Garten. Wie wäre es stattdessen mit Sanddorn, Mispel und Zierquitte? Solche Wildobstgehölze werfen nicht nur Essbares ab, sondern sehen oft auch hübsch aus.

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Viele Wildobstgehölze können im Garten kultiviert werden, und ihre Früchte sind eine Alternative zu Apfel, Birne oder Traube. Einst wurden sie auch genascht. „Im 20. Jahrhundert ist das Wildobst in Vergessenheit geraten“, sagt Hans-Joachim Albrecht, Diplom-Gartenbauingenieur und Ehrenpräsident der Gesellschaft zur Förderung von Wildobst und Sanddorn.

Die Gehölze haben noch ihre ursprüngliche Robustheit gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Und einen großen Zierwert: „Viele Wildobstarten sind in drei Jahreszeiten ästhetisch reizvoll“, erläutert Burkhard Kayser, Wildwuchsberater aus Minden. Ursprünglich wuchsen die Pflanzen am Wald- und Feldrand. Die Schlehe (Prunus spinosa) bilde im Laufe der Jahre ein breites Dickicht. „Auch der Sanddorn (Hippophaë rhamnoides) treibt Ausläufer“, ergänzt Albrecht. Er rät, die Sträucher als Hecke in einem größeren Garten zu pflanzen.

Ideal für den kleinen Hausgarten ist die Felsenbirne. Die heimischen Art Amelanchier ovalis wird nur zwei Meter hoch. Attraktiv ist die Kornelkirsche, deren gelbe Blüten den kargen Garten im Vorfrühling zieren. Albrecht empfiehlt Sorten, die große Früchte tragen wie „Jolico’’ und „Schönbrunner Gourmetdirndl’’. „Letztere schmeckt sogar roh süß und fruchtig“, sagt der Experte. Das ist eine Besonderheit, denn viele Wildobstarten müssen wegen ihrer Bitterstoffe vor dem Verzehr verarbeitet werden.

Einige Wildobstgehölze benötigen sehr viel Platz. Zu ihnen zählen Speierling (Sorbus domestica), Elsbeere (Sorbus tormunalis) und Maulbeere (Morus nigra). Eine Alternative sind Arten mit kletterndem Wuchs für die Wände. „Die Mini-Kiwi (Actinidia arguta) bildet deutlich kleinere Früchte, sie haben jedoch einen hohen Vitamin C-Gehalt“, sagt Albrecht.

Als kleiner Hausbaum ziert die Mispel (Mespilus germanica) den Garten. Der strauchartige Baum schmückt sich im Frühsommer mit cremefarbenen Blüten. Die Apfelbeere (Aronia melanocarpa) wächst als Strauch. Die kleinen schwarzen Beeren haben einen hohen Anteil an antioxidativen Stoffen und erinnern im Geschmack an Blaubeeren. Die Früchte werden getrocknet oder entsaftet, um sie haltbar zu machen. Doch hierbei muss der Gärtner besonders gut auf die Ernte aufpassen, sonst sind die Vögel schneller.

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