Vorsicht, Geldstrafe: Diese 5 Dinge sollten Sie nie mit der Überwachungskamera filmen

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Mit der Überwachungskamera schauen, was die Nachbarn treiben? Besser nicht, denn wohin Ihre Kamera zeigen darf, regelt das Gesetz.

Hemmungslos spionieren, Gespräche belauschen und ordentlich die Klatschtrommel rühren – die Verlockungen sind groß, wenn Sie eine Überwachungskamera an Ihrem Haus anbringen. Aber Vorsicht: Halten Sie sich nicht an gesetzlichen Regelungen, flattert Ihnen ganz schnell eine Anzeige in den Briefkasten.

Die Straße filmen

„Warum treibt sich Herr Meier denn so spät noch auf der Straße herum?“ Stopp! Bevor Sie Ihre Überwachungskamera auf die Straße vor Ihrem Grundstück richten, sollten Sie eines wissen: Bürgersteige und Straßen darf nur die Polizei überwachen – und auch die nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Werden Sie als Privatperson dabei erwischt, verstoßen Sie gegen ein Gerichtsurteil des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 2010. Und riskieren damit Schadenersatz- und Schmerzensgeldforderungen. Lassen Sie es also besser nicht darauf ankommen.

Den Rand Ihres Grundstücks

„Trampelt Herr Müller etwa schon wieder durch mein Blumenbeet?!“ Sicherlich haben Sie gute Gründe dafür, Ihr Grundstück mit einer Kamera zu überwachen. Gibt es auf Ihrem Grundstück Bereiche, die sowohl Sie als auch Ihr Nachbar nutzen – zum Beispiel eine gemeinsame Auffahrt oder einen Stellplatz – verstoßen Sie mit Ihrer Aufzeichnung allerdings gegen die Persönlichkeitsrechte Ihres Nachbarn.

Denn: Gemeinsam genutzte Bereiche auf Grundstücken dürfen Sie nicht einfach rund um die Uhr filmen, sondern nur, wenn Sie einen begründeten Verdacht haben, dass in Ihrer Nachbarschaft Vandalen ihr Unwesen treiben. Und auch dann müssen Sie Ihre Aufzeichnungen auf das Allernötigste beschränken – die betroffenen Personen haben nämlich einen Unterlassungsanspruch und können Sie verklagen.

Menschen heimlich aufnehmen

Kennzeichnen Sie mit einem unübersehbaren Hinweisschild, dass Sie auf Ihrem Grundstück filmen – am besten in knalligem Gelb oder Orange. Dieses bringen Sie in einem Bereich an, der nicht von Ihrer Kamera erfasst wird. So entscheiden Ihre Besucher selbst, ob Sie mit der Videoaufzeichnung einverstanden sind, bevor Sie vor die Linse Ihrer Kamera laufen.

Das ist wichtig, denn jeder Mensch hat laut Persönlichkeitsrecht das Recht am eigenen Bild. Mit einem Hinweisschild wissen die Menschen, die Ihr Grundstück betreten, worauf sie sich einlassen – und werden nicht heimlich von Ihnen aufgenommen.

Das Nachbargrundstück

„Was ist denn bei Familie Schneider schon wieder los?“ Ganz egal, wie wild es bei Ihren Nachbarn zugeht: Das geht Sie leider rein gar nichts an. Denn was Familie Schneider auf Ihrem Grundstück tut, ist ganz allein ihre Sache. Und erwischen Sie Ihre Nachbarn dabei, wie Sie mit Ihrer Kamera ihr Haus oder den Garten filmen, werden Sie für Ihre Neugier bestraft.

Denn auch hier greift wieder das Persönlichkeitsrecht – Sie dürfen fremde, private Flächen nicht filmen. Übrigens: Auch wenn Ihr Nachbar einen begründeten Verdacht hat, dass sie ihn oder sein Grundstück mit der Kamera aufnehmen, ohne dass er ausdrücklich damit einverstanden ist – darf er auf Unterlassung klagen. Das kann für Sie teuer werden.

Gespräche aufzeichnen

„Redet Herr Schmidt etwa mit Frau Simon? Um was geht es denn da?“ Natürlich ist es verlockend, sich heimlich mit Ihrer neuen Überwachungskamera in die Gespräche anderer einzuklinken. Aber: Laut Strafgesetzbuch dürfen Sie Ton – und damit auch die Gespräche Ihrer Nachbarn – auf keinen Fall aufzeichnen. Machen Sie es trotzdem, droht Ihnen eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Oder Sie zahlen eine knackige Geldstrafe.

Fazit: Kennen Sie Ihre Rechte

Eine Überwachungskamera zu installieren, damit Sie sich, Ihre Familie und Ihr Hab und Gut schützen, ist das Eine. Schwierig wird es jedoch, wenn Sie die Rechte Ihrer Mitmenschen in Gefahr bringen oder sogar verletzen.

Denken Sie daran: Filmen Sie die Menschen in Ihrer Nachbarschaft nicht – es sei denn, sie haben ausdrücklich zugestimmt. Das gleiche gilt für Tonaufnahmen. Denn auch, wenn es verlockend sein mag, andere mit der Überwachungskamera zu belauschen, verstoßen Sie damit gegen das Gesetz. Hier bekommen Sie viele weitere Informationen zum Thema Überwachungskameras.

Bevor Sie eine Kamera auf Ihrem Grundstück installieren, erkundigen Sie sich also besser ganz genau, wen, was und wo Sie filmen dürfen.

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