Weniger Geld für Solarstrom

Umweltfreundlich und nach wie vor lohnend: Trotz der Kürzung der Einspeisevergütung ist eine Photovoltaikanlage eine attraktive Investition. Foto:  Fotolia

Jahrelang hatten Hersteller von Solarstromanlagen die besten Aussichten in      Deutschland; denn per Gesetz standen den Betreibern einer solchen so genannten Photovoltaikanlage ein fester Vergütungsatz zu, wenn der Solarstrom ins allgemeine Netz eingespeist wurde. Und zwar für die Dauer von zwanzig Jahren. Wer sich also eine Anlage anschaffte, tat dies in der Regel ohne großes Risiko. Denn die Anschaffung bezahlte sich quasi von selbst zurück.

Daran wird sich auch künftig nicht allzuviel ändern. Trotzdem fürchtet die Solarwirtschaft jetzt um ihre komfortablen Zukunftaussichten. Denn die Bundesregierung hat angekündigt, die Vergütung neu zu regeln. Die meisten Details stehen schon fest. Für Anlagen, die von Privatpersonen angeschafft oder betrieben werden, wird sich vermutlich die Amortisationszeit verlängern.

„Etwa 15 000 Euro netto kostet eine Standardanlage mit einer Maximalleistung von rund 4,3 Kilowatt fertig montiert auf einem dreißig bis fünfzig Quadratmeter großen Dach zurzeit”, sagt Walter Faust von Faust Solar aus Düsseldorf. Die Spezialfirma liefert und installiert seit 2005 Solarstromanlagen. Der Preis versteht sich inklusive Mehrwertsteuer. Sie muss beim Kauf mitbezahlt werden, wird aber später vom Finanzamt auf Antrag des Käufers erstattet.

Amortisationszeit verlängert

Bis zu 4500 Kilowattstunden (Kwh) erwirtschaftet so eine Anlage in Deutschland in der Regel pro Jahr, so der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) in Berlin. Nach der alten Regelung bekamen private Betreiber für jede Kwh 39,14 Cent; multipliziert mit 4500 ergab das im Jahr rund 1761 Euro. Im besten Fall hätte sich die Investition in eine Solarstromanlage nach knapp neun Jahren bezahlt gemacht.

Voraussichtlich zum ersten Juli reduziert die Bundesregierung jetzt die Vergütung auf 32,88 Cent pro Kwh beziehungsweise rund 1480 Euro pro Jahr. Die Amortisationszeit verlängert sich damit um eineinhalb auf dann zehneinhalb Jahre. Die Lebensdauer von Photovoltaikmodulen ist aber in der Regel mehr als doppelt so lang. Die Gewährleistung liege je nach Hersteller bei zwanzig Jahren und mehr, so Faust.

Es lohnt sich also immer noch, eine Solarstromanlage zu kaufen. Das ist auch die Erkenntnis des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen. „Die Rentabilität wird etwas schlechter, aber der Kauf lohnt sich immer noch”, sagt Holger Krawinkel vom Bundesverband in Berlin. Die Organisation hatte sich seit längerem dafür stark gemacht, dass die Vergütung reduziert wird. Der Grund waren die gesunkenen Produktionskosten der Hersteller.

Sinkende Preise im Jahresverlauf

Krawinkel nimmt an, dass Solaranlagen von jetzt an bis zum ersten Juli teurer werden; im weiteren Jahresverlauf sei dann aber wieder mit sinkenden Preisen zu rechnen. „Für Verbraucher ist das voraussichtlich ein Nullsummenspiel.” Denn wer sofort ein Anlage kaufen würde, muss zwar höhere Anschaffungskosten in Kauf nehmen; bekäme aber auch die höhere Vergütung. Ab dem ersten Juli ist es dann umgekehrt: Geringere Anschaffungskosten, aber auch die Einspeisevergütung reduziert sich.

Ab Januar 2011 werden von den Vergütungssätzen nochmal rund zehn Prozent abgezogen. Das betrifft aber immer nur die Anlagen, die danach installiert werden. Für bereits montierte Solaranlagen gilt das nicht. Maßgeblich für die Vergütung ist das Jahr der Inbetriebnahme der Anlage, heißt es beim BSW. Die zu diesem Zeitpunkt geltende Höhe der Einspeisevergütung wird dann für zwanzig Jahre festgeschrieben.

Von Holger Dirks

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