Tipps der Gartenberatung im Verband Wohneigentum:

Bodenmüdigkeit: So erkennen Sie die Ursachen, wenn Pflanzen nicht gedeihen

Jemand greift mit beiden Händen in die Gartenerde und untersucht dessen Qualität.
+
Bodenmüdigkeit kann eine Ursache sein, wenn Pflanzen nicht gut gedeihen.

Sind Sie mit ihrem Gärtnerlatein am Ende? Ausreichend Licht, Wärme, Wasser und Nährstoffe im Boden – und dennoch wachsen die Pflanzen im Garten einfach nicht gut? Oder Verkümmern trotz bester Pflege? Möglicherweise könnte das auch daran liegen, so informiert Anna Florenske von der Gartenberatung beim Verband Wohneigentum, dass der Gartenboden erschöpft ist.

Ursachen erkennen

Ursache für schlechtes Wachstum kann nämlich eine verminderte Fruchtbarkeit des Bodens sein, die sogenannte Bodenmüdigkeit. Kennt man die Ursachen (zum Beispiel der wiederholte Anbau gleicher Pflanzengattungen oder Pflanzen, die der gleichen Familie angehören), so spricht man auch von Nachbauschwierigkeiten.

In beiden Fällen kann der Zustand soweit gehen, dass Kulturpflanzen und Wildkräuter regelrechten Kümmerwuchs zeigen. Besonders bei Pflanzen der Familie Rosaceae (Rosengewächse), und Cruciferae (Kreuzblütler wie viele Kohlsorten) treten solche Wachstumshemmungen häufig auf. Als Ursachen gelten unter anderem zu enge Fruchtfolgen aufeinander folgend (also Frühlings-, Sommer- und Herbstkultur am gleichen Platz) und Nährstoffmangel.

Boden auflockern

Probleme verursachen auch Bodenverdichtungen (häufig bei neuen Gärten, deren Erdboden lange dem Druck von Baumaschinen ausgesetzt war) sowie Böden mit hohen Lehm- oder Tonanteil, die viel Wasser speichern und an der Oberfläche verdichten, wenn darauf viel herumgelaufen wird. Aber auch Schadorganismen (wie Nematoden, Pilze und Bakterien) können schlechtes Wachstum zur Folge haben. Effektiv, aber aufwendig ist ein vollständiger Bodenaustausch. Hilfreich ist aber auch das so genannte „Holländern“. Hier wird der Boden zwei Spaten tief umgegraben – eine Technik, um Staunässe und Bodenverdichtungen zu beseitigen. Aufwändiger ist das „Rigolen“, bei dem der Boden sogar drei Spaten tief bearbeitet wird. Die Bodenschichten werden dabei nicht vermischt, nährstoffarme Schichten im Untergrund sollen nämlich unten bleiben, sondern nur tiefgründig gelockert.

Durch das Einbringen von Sand lässt sich die Wasserdurchlässigkeit ebenfalls verbessern, Tonminerale erhöhen dagegen die Wasserhaltefähigkeit und Kalken macht den Boden krümeliger und erhöht den pH-Wert. Vor einer gezielten Düngung, am besten mit organischen statt mineralischen Düngern, sollte man den Boden untersuchen.

Fruchtfolge beachten

Bei der Anbauplanung für die nächste Saison sollte man die Fruchtfolgen nicht zu eng aufeinander wählen und unbedingt für Abwechslung bei den Pflanzenfamilien sorgen. Organische Substanzen wie Kompost und Rindenhumus, aber auch Ernterückstände verbessern den Boden auf natürliche Weise. Organischer Mulch wie Laub- und Strauchhäcksel sowie Rasenschnitt zersetzt sich mit der Zeit zu Humus. Zusätzlich kann man dem Boden durch den Anbau von Gründüngungspflanzen (Mischung aus flach- und tiefwurzelnden Arten) eine Saison lang Ruhe gönnen.  

Weitere Infos: gartenberatung.de. Infos des Nabu zur Fruchtfolge gibt es hier. Über das Holländern informiert das Gartenportal altes-gartenwissen.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.