So werden Nebenkosten zu echten „Neben“-Kosten

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Oberflächlich noch gut und doch nicht in Ordnung: Undichte Fenster gehören ausgetauscht.

Eigentümer und Mieter von Altimmobilien können ein Lied von den viel gefürchteten Nebenkostenabrechnung singen. Dabei müssen die Kosten für Heizung, Warmwasser und Strom nicht  Ton angebend sein: Nach einer vernünftigen energetischen Modernisierung werden aus  horrenden Nebenkosten echte „Neben“-Kosten.

Energieberater Harald Schmidt weiß, worauf es dabei ankommt:

Viele Altbauten verbrauchen pro Jahr und Quadratmeter Wohnfläche umgerechnet 25 Liter Heizöl und mehr, ein Vielfaches im Vergleich zu aktuellen Niedrigenergiehäusern. „Dann wird es schleunigst Zeit, aus seiner alten Energieschleuder eine moderne ‚Thermoskanne’ zu machen“, beschreibt Harald Schmidt das Prinzip einer effizienten Wohnungsmodernisierung. Als erstes muss genau geprüft werden, an welcher Stelle die Heizenergie verloren geht. „Dabei müssen die Gebäudehülle und die Gebäudetechnik genau in Augenschein genommen werden. Aus den ermittelten Werten kann dann am Computer ein bedarfsorientierter Gebäudeenergiepass erstellt werden“, so Schmidt.

Eine energetische Modernisierung lohnt sich, denn es können bis zu 80 Prozent der Heizkosten eingespart werden. „Möglich wird die Ersparnis durch die professionelle Dämmung der Gebäudehülle und durch den Einbau moderner Wärmedämmfenster“, erklärt Schmidt. Anschließend kann die Heizungsanlage durch ein kleines und günstiges Modell ersetzt werden. Ganz nebenbei trägt der Modernisierer zum Klimaschutz bei: Private Haushalte verbrauchen nämlich fast ein Drittel der Gesamtenergie in Deutschland.

Trotzdem denken viele Haus- und Wohnungsbesitzer nach wie vor, ihre alten Fenster „täten es noch“. „Ein Trugschluss“, bekräftigt Harald Schmidt: „Moderne Fenster besitzen eine hervorragende Wärmedämmung. Sie sind doppelt so leistungsfähig wie alte Verbundfenster oder unbeschichtete Isolierglasfenster aus der Zeit vor 1995 und um das fünffache besser als heute besonders in alten Mehrfamilienhäusern und in der Industrie noch millionenfach vorkommende einfachverglaste Fenster. „Ist eine Fassadendämmung geplant, sollten immer zuerst die alten Fenster und Rollläden ausgetauscht werden. So werden Wärmebrücken und spätere Folgekosten durch Ausbesserungsarbeiten vermieden“, regt Harald Schmidt an.

Vor dem Einbau der Fenster durch „selbst ernannte Handwerker“ kann Schmidt nur warnen: „Wird zum Beispiel im Bereich der Abdichtung und Dämmung nicht sorgfältig gearbeitet, können hohe Folgekosten entstehen. Diese lassen sich vermeiden, wenn man sich ausschließlich im Fachbetrieb beraten und die Montage durch einen qualifizierten Betrieb durchführen lässt“, so der Energieberater. Bei der Auswahl eines geeigneten Unternehmens ist das RAL-Gütezeichen eine gute Orientierungshilfe. „Auch die Ausführung der Bauteilanschlüsse sollte man einem Profi überlassen. Das Gleiche gilt für die Anbringung eines Wärmedämmverbundsystems, das Verputzen der Gebäudehülle sowie die Planung, Installation und Inbetriebnahme der neuen Heizungsanlage. Eine gegebenenfalls notwendige  Belüftungsanlage sollte ebenfalls von Fachpersonal eingebaut werden.“

Der Energieberater-Tipp: „Der Fenstertausch wird gefördert. Der Haus- oder Wohnungseigentümer kann wählen zwischen der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Handwerkerleistungen, einem Zuschuss für eine Energieberatung, einem zinsgünstigen Darlehen oder einem direkten Zuschuss der KfW-Bank.“ (nh)

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