Faszination der Christrosen

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So sieht sie aus: Die traditionelle weiße Christrose.

Kaum eine andere Pflanze, schon gar nicht eine Winterblühende, verbirgt so viele Geschichten, Sagen, Heilwirkungen und Kuriositäten, wie die bei uns im Volksmund bekannte Christrose, auch Schnee- oder Weihnachtsrose genannt.

Richtig heißt sie allerdings „Schwarze Nieswurz“, und hat die wissenschaftliche Bezeichnung Helleborus niger und gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Der Name „Schwarze Nieswurz“ wird begründet übrigens durch die schwarzen Wurzeln und deren beißenden Geruch, der zum Nießen verleitet.

Unschuld und Schönheit

Die makellos weißen Blüten der Christrose sind Innbegriff von Unschuld und Schönheit, sowie Symbol der Hoffnung und Freude des Lebens in der lichtarmen Winterzeit. Sie erblüht in erhabener Schönheit zu Zeiten, wo fast alle anderen Pflanzen noch tief schlafen, als wäre es ein wunderbarer Irrtum der Natur. Und wer glaubt, diese Pflanze stammt aus einem fernen Land, darf zur Kenntnis nehmen, dass sie bei uns in den Alpen von Berchtesgaden bis Jugoslawien beheimatet ist.

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Christrosen zählen zu den winterharten, ausdauernden Stauden und waren früher schon in unseren Hausgärten langlebige faszinierende Winterblumen und Dank der Gärtner stehen heute viele robuste Züchtungen und Farbvariationen zur Verfügung. Bis zu 20 Jahre können sie an einem geeigneten Standort verbleiben. Voraussetzung ist ein kalkhaltiger, humusreicher und vor allem ein gut durchlässiger Boden. Für ein langes Leben wollen die Wurzeln tief ins Erdreich wachsen können und müssen vor Staunässe, insbesondere im Sommer bewahrt werden. Ein Kies- oder Schotteruntergrund wäre förderlich. Auch als Unterpflanzung von Gehölzen und im Schatten von Mauern, wo andere Pflanzen Mühe haben, gedeihen Christrosen gut. Der ideale Standort wäre ein Bündnis von Sommerschatten und Wintersonne mit gleichmäßiger Wasser- und Nährstoffversorgung. Bei guter Pflege bilden sich ab Herbst viele Knospen für die Winterblüte, die auch ein Leckerbissen für die kleinen, fast unsichtbaren Schnecken sind. Unterschlupfmöglichkeiten wie Herbstlaub deshalb regelmäßig entfernen.

Gelingt es, zu Weihnachten eigene Schnittblumen aus dem eisigen Garten zu ernten, ist doch einiges zu beachten, damit die Freude lange anhält. Möglichst nur offene Blüten mit mindestens zwei Staubblattkreisen schneiden, aber nie bei Frost. Die Stiele haben eine hartnäckige Wachsschicht und können nur über die Schnittfläche Wasser aufnehmen. Deshalb werden zur besseren Wasseraufnahme und Haltbarkeit die Stiele am unteren Ende circa zwei Zentimeter aufgeritzt, oder mit etwa zehn Nadelstichen versehen. Es gibt aber gelegentlich auch Pflanzen, deren Blüten für die Vase generell nicht geeignet sind.

Christrosen bevorzugen kühle Plätze

In den Herbst- und Wintermonaten bieten die Fachgeschäfte blühende Christrosen in verschiedenen Sorten an. Dazu sollte man wissen, dass Christrosen keine typischen Topfpflanzen für warme Zimmer sind, in kühlen Räumen aber sehr lange blühen können. Die Überwinterung auf dem Balkon ist sinnvoller, benötigt aber einen guten Frostschutz (am besten aus Laub) im Wurzelbereich, dabei das gelegentliche Gießen nicht vergessen. Im März ins Freiland pflanzen und sich die nächsten 20 Jahre immer wieder auf die faszinierende Winterblüte freuen. Gelegentlich hört man, dass durch die Sorten- und Farbenvielfalt der Christrose der Besitz süchtig macht, aber ohne Risiken und Nebenwirkungen.

Trotzdem ist es wichtig zu wissen, dass alle Pflanzenteile giftig sind. (nh)

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