Schnäppchen oder Ramsch?

Winterschlussverkauf: So sparen Sie richtig

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Beim Winterschlussverkauf gibt es viele Schnäppchen - im Laden sowie im Netz.

Wenn nach dem Winter die Temperaturen steigen, fallen in den Geschäften die Preise. Doch was ist beim Winterschlussverkauf zu beachten?

Der Winterschlussverkauf bedeut Hochsaison für alle Schnäppchenjäger - ob im Geschäft oder online. Oft sind die Artikel drastisch reduziert. Rabatte von 50, 60 oder sogar 70 Prozent sind dabei keine Seltenheit.

Die gesetzliche Regelung, die einst den Winterschlussverkauf regelte, ist schon seit 2004 nicht mehr in Kraft. Trotzdem sind die alljährlichen Rabattaktionen nach wie vor sehr populär und erfolgreich.

Winterschlussverkauf 2017: Die große Schnäppchenjagd

Begonnen hat der Winterschlussverkauf 2017 bereits Ende Januar. Im Handel wartet noch viel Winterware auf die Kunden, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) mitteilt. Gute Nachrichten für alle Sparfüchse: Die Lager der Händler sind immer noch gut gefüllt. Aber auch in anderen Branchen werden Rabatte auf vielerlei Artikel gegen Ende des Winters angeboten, nicht zuletzt wegen des großen Werbeeffekts.

Winterschlussverkauf: Günstige Produkte für Zuhause

So gibt es auch viele günstige Angebote für das Zuhause wie beispielsweise Heimtextilien und Möbel oder in Bau- und Elektronikmärkten. Bei der großen Schnäppchenjagd gibt es jedoch auch einiges zu beachten, um nicht die Katze um Sack zu kaufen. Oftmals werden nämlich die Ladenhüter günstig angeboten, da in den Regalen Platz für Neues geschaffen werden muss. Zuhause stellt sich dann heraus, dass es sich beim vermeintlichen Schnäppchen um veraltete Restware handelt.

Im Ladengeschäft oder online kaufen?

Oftmals unterscheiden sich die vergünstigten Preise im Internet und im Laden. Es kommt jedoch immer auf das jeweilige Produkt an, wie Susanne Cleve von der Verbraucherzentrale Hamburg gegenüber bild.de erklärt. Käufer sollten jedoch immer die Produkte im Laden mit denen im Netz vergleichen.

Ein wichtiger Pluspunkt beim Kauf im Geschäft ist die persönliche Beratung durch das Verkaufspersonal. Auch das Umtauschen fällt vor Ort leichter als online. Der Vorteil der Online-Schnäppchenjagd liegt auf der Hand: Sie können bequem von der Couch aus einkaufen und müssen nicht sich nicht in endlosen Schlangen anstellen oder sich am Wühltisch mit der Konkurrenz abmühen.

Reklamation beim Winterschlussverkauf

Reduzierte Preise heißt nicht reduzierte Rechte. Auch bei Schnäppchenkäufen gelten die gleichen Rechte wie außerhalb der Schlussverkaufszeiten, wie die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommer erklärt. Weist die gekaufte Ware einen Mangel auf, kann der Käufer reklamieren und die Lieferung einer mangelfreien Ware oder einer Reparatur verlangen.

Winterschlussverkauf: Tipps für den Schnäppchenjäger

Um beim Winterschlussverkauf nicht auf scheinbare Sparangebote hereinzufallen, sollten Käufer diese Tipps der Verbraucherzentrale Berlin beherzigen:

  • Nicht vom Rabatt blenden lassen: Hinterfragen Sie Ihre Kaufentscheidung, bevor es zur Kasse geht.
  • Vergleichen Sie die Preise: Nicht jedes Sonderangebot ist auch ein echtes Schnäppchen.
  • In Deutschland gibt es kein Recht auf Umtausch: Kaufen Sie also nur, was Sie auch behalten wollen.
  • Heben Sie den Kassenzettel für zwei Jahre auf, falls die Ware fehlerfrei ist. Dafür haftet der Verkäufer.

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Von Felix Mildner

Die zehn frechsten Preisfallen im Supermarkt

Nr. 1: Das Schrumpfprinzip: Bei scheinbar gleicher Packungsgröße und identischem Preis schrumpft der Inhalt eines Produkts. So reduzierte der Konzern Procter & Gamble die Anzahl der Pampers Windeln in der Kategorie 4 in den letzten 6 Jahren von 47 über 44 und 40 auf heute 37 Stück pro Packung. © Verbraucherzentrale Hamburg
Nr. 2: Der Mehr-drin-Trick: Eine größere Füllmenge suggeriert zunächst ein „Schnäppchen“, wird aber überproportional teuer verkauft. Das Spülmittel Ultra Palmolive von Colgate-Palmolive gibt es in 600-Milliliter-Packungen statt vormals 500- Milliliter-Flaschen. Der Preis erhöhte sich von 0,85 Euro auf 1,65 Euro, was einem Anstieg von 62 Prozent entspricht. © Verbraucherzentrale Hamburg
Nr. 3: Das Pseudo-Günstigerprinzip: Der Preis eines Produkts wird mit der Verringerung der Füllmenge gesenkt, doch der Preisnachlass entspricht nicht der Reduzierung des Inhalts. Die Menge der Rewe Kuchenglasur Bourbon-Vanille schrumpfte von 200 auf 150 Gramm, doch der Preis sank lediglich von 1,25 Euro auf 1,09 Euro, was einem Preisaufschlag von 16 Prozent gleichkommt. © Verbraucherzentrale Hamburg
Nr. 4: Der Händlertrick: Ein- und dasselbe Produkt geht bei verschiedenen Einzelhändlern in Packungen mit abweichenden Füllmengen in den Verkauf – allerdings zum gleichen Preis. So kosten Haribo Goldbären in 200- und 300- Gramm-Tüten je 0,89 Euro; der Preisunterschied liegt bei 50 Prozent. © Verbraucherzentrale Hamburg
Nr. 5: Der Sammelpacktrick: Mehrfach- oder Sammelpackungen werden genutzt, um Produkte scheinbar besonders preisgünstig, jedoch im kleineren Format anzubieten. Der Schokoriegel Twix von Mars beispielsweise ist im 5er- Pack 50 Gramm schwer, wiegt einzeln abgepackt aber 58 Gramm. © Verbraucherzentrale Hamburg
Nr. 6: Der Portionstrick: Produkte in praktisch vorportionierten Beuteln haben insgesamt eine geringere Füllmenge, aber oft den gleichen Preis wie das Ausgangsprodukt. So bietet Aldi Nord seinen Typ Cappuccino classico Pulver nicht mehr in einer Dose, sondern in einer Pappschachtel mit Einzelportionen an und erhöhte auf diese Weise den Preis für das Produkt um 31,4 Prozent. © Verbraucherzentrale Hamburg
Nr. 7: Der Mengentrick: Die Stückzahl ersetzt die besser vergleichbare Angabe der Füllmenge auf der Vorderseite einer Verpackung. Auf diese Weise verkauft Bel Deutschland seinen Leerdammer Käse nach wie vor in Abpackungen von 14 Scheiben mit scheinbar gleicher Menge. Heute bekommt man jedoch nur 280 Gramm Käse für 3,79 Euro; früher waren es 350 Gramm. © Verbraucherzentrale Hamburg
 Nr. 8: Der Qualitätstrick: Durch einen geringeren Anteil an wertgebenden Bestandteilen verschlechtert sich die Qualität eines Produkts, die Hersteller sparen Kosten und erhöhen bei gleichem Preis ihre Marge. Für sein Schlemmer-Filet à la Bordelaise reduzierte Iglo den Fischanteil von 70 auf 52 Prozent und erhöhte damit den Preis um 34,6 Prozent. © Verbraucherzentrale Hamburg
 Nr. 9: Der Quantitätstrick: Veränderte Dosiervorgaben führen dazu, dass größere Mengen eines Produkts benötigt werden. Der Hersteller Henkel vergrößerte für sein Geschirrspülmittel Pril Kraft-Gel die Ausgusstülle und setzte die Dosierempfehlung von 2 auf 3 Milliliter pro fünf Liter Wasser herauf. © Verbraucherzentrale Hamburg
Nr. 10: Das Alles-neu-Prinzip: Die Wiedereinführung eines Produkts in einer neuen Verpackung wird genutzt, um die Füllmenge zu reduzieren und den Preis zu erhöhen. Nestlé bietet seine Beba Säuglingsnahrung 1 nicht mehr im Pappkarton, sondern in einer Metalldose an und nutzte den Relaunch für eine Preiserhöhung von knapp 30 Prozent. © Verbraucherzentrale Hamburg

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