Hier tummeln sich die Hummeln: Agastachen sind reich an Nektar

Duftnesseln sind Insektenmagneten und bringen Leben ins Staudenbeet

Hummel auf einer blühenden Agastachenblüte.
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Für Hummeln ist der Tisch hier reich gedeckt: Agastachen sind reich an Nektar

Beim Gerangel um die besten Plätze geht es auf der Duftnessel an sonnigen Tagen zu wie beim Schlussverkauf: Hummeln, Wildbienen und andere Insekten umschwärmen die Blüten der Staude – vom Nektarduft wie magisch angelockt.

Doch trotz ihrer offensichtlichen Vorzüge im Angesicht des Insektensterbens findet man die Agastache, so ihr botanischer Name, leider noch viel zu selten im Staudenbeet. Duftnesseln sind perfekte Sonnenanbeter, die am besten gedeihen, wenn ihr Standort vollsonnig ist.

Gärtnermeister Maik Fabian von der Baumschule Horstmann.

„Bei der Pflanzung sollte man unbedingt darauf achten, dass die duftende Nessel im Beet nicht im Schatten höherer Stauden oder Sträucher steht“, rät Gärtnermeister Maik Fabian von der Online-Baumschule Horstmann im schleswig-holsteinischen Schenefeld vor den Toren Hamburgs. Gönnt man der Agastache neben viel Sonne dazu noch gut durchlässigen Boden (schwere Lehmböden lassen sich mit Zugabe von Sand und Kies durchlässiger machen), kommt die aus dem asiatischen Raum stammende Staude problemlos auch an sehr mageren Standorten zurecht und braucht nicht einmal Dünger.

Gut eingewurzelt, überstehen Agastachen auch Trockenheitsphasen sehr gut. Hält die trockene Hitze länger an, sollte durchdringend gegossen werden, der Boden dann aber bis zur nächsten Wassergabe wieder ganz abtrocknen.

Duftnessel ist beliebte Bienenweide

Die auffälligen Blütenkerzen, die an Ähren erinnern, bieten vielen Insekten monatelang Nahrung, erklärt Fabian. Auch allerlei Schmetterlinge fliegen geradezu auf die ährenartigen Blütenrispen. Wer sich noch im Unklaren über die hervorragende Eignung als Bienenweide und Schmetterlingsmagnet sein sollte, der versuche doch einmal, unbemerkt vom umherschwirrenden Insektenvolk blühende Agastachen einzupflanzen.

Im Handumdrehen wird man bei der Arbeit von hungrigen Heerscharen umschwärmt, die sich schon am Nektar laben, noch ehe die Pflanzen überhaupt an Ort und Stelle im Beet sind.

Intensiv: Der Duft der Nessel

Das liegt nicht zuletzt am aromatischen Duft, den die zumeist intensiv violettblauen Blütenstände vor allem bei warmen Temperaturen während der Blütezeit von Juli bis September verströmen. Selbst wenn die Blüten am Ende ihrer Pracht angekommen sind und schon leicht zerfleddert aussehen, kommen immer noch gern Insekten zum Schnabulieren der Reste vom Feste vorbei.

Einfach unwiderstehlich: Agastache mexicana „Red fortune“.

Begleiter für Duftnesseln im Beet

In bunt gemischten Staudenbeeten wirken zwar auch kleine Tuffs von drei Pflanzen toll, sagt Fabian. Eindrucksvoller aber kommen sie in Gruppen von acht bis zehn Pflanzen pro Quadratmeter zur Geltung. Ideale Beetgenossen sind Pflanzen wie Schafgarbe, Sonnenhut und Storchschnabel, also andere bienenfreundliche Stauden mit Wildblumencharakter, empfiehlt der Gärtnermeister.

Hitzefeste Staudengesellschaft: Lila Duftnesseln mit violett-weißem Bärenklau (Akanthus) und gelbem Strauchigem Hasenohr (Bupleurum fruticosum).

Auch Prachtkerzen (Gaura), Salbei (Salvia) und Ziergräser stellen ähnliche Ansprüche an Licht und Boden und sind daher gute Pflanzpartner. Wenn im Spätherbst die Überreste von Funkien und Storchschnabel längst verwelkt in sich zusammengesunken sind, bewahrt die Agastache weiterhin ihre königliche Haltung im winterkahlen Beet und sorgt für Struktur. Daher wäre es ein Jammer, sie vor dem Frühjahr zurückzuschneiden.

Einfach unwiderstehlich: die cremeweiße Agastache rugosa „Alabaster“.

Duftnessel-Sorten in vielen Farben

Neben dem klassisch-violetten Agastachen („Black adder“ und „Blue Fortune“) gibt es auch weiß („Alabaster“), gelb-orange („Firebird“) und rot ( „Red Fortune“) blühende Sorten. So unterschiedlich wie die Blütenfarben ist auch der Wuchs. Wärmeliebende Arten wie „barberi“ und „mexicana“ vertragen keinen Frost und fühlen sich im Kübel (mit geschütztem Winterplatz) am wohlsten. Agastache „rugosa“ (bis 1,20 Meter) und „foeniculum“ (bis 2,50 Meter) sind dagegen absolut winterhart, nehmen allerdings Winterstaunässe in undurchlässigen Böden übel.

baumschule-horstmann.de Infos zur Beetstaudenwahl liefert der „Pflanz-o-mat“: baumschule-horstmann.de/pflanzomat

Beratung: Tel. 0 48 92 / 89 93-400 (aktuell eingeschränkt) oder per E-Mail an info@baumschule-horstmann.de

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