Hausreportage

Wohnen dem Garten entgegen

+
Maximale Transparenz: Über die gesamte Gartenseite des Hauses zieht sich die bodentiefe Fensterfront mit einer filigranen Rahmenkonstruktion. Durch Schiebeelemente betritt man die 25 Meter lange Terrasse, das Zimmer im Grünen.

Wie eine Trutzburg schottet ein Neubau in Fuldatal seine Bewohner zur Straßenseite hin ab. Durch die überwiegend weiße Fassade mit dunkelgrauen Akzenten wirkt der Bungalow im Bauhaus-Stil dabei dennoch freundlich und einladend.

Klare Linien, Offenheit und Großzügigkeit kennzeichnen das eingeschossige Wohnhaus in einer attraktiven Randlage von Fuldatal. Auf den ersten Blick fällt es allerdings durch seine große Geschlossenheit zur Straße hin auf. Von einer weißen Mauer ist ein reduziert gestalteter Innenhof umgeben, über den man das Haus erreicht sowie direkt in seine geometrische Mitte gelangt. Von hier aus zeigt sich die maximale Offenheit und Durchlässigkeit zum Garten hin sowie die Ausrichtung des Hauses nach den Himmelsrichtungen. Die Planung für ihr Traumhaus haben die beiden Bauherren selbst in die Hand genommen. Vor gut vier Jahren kamen beide nach Kassel und beschlossen nach zahlreichen Hausbesichtigungen, ihre Vorstellungen vom schönen und funktionellen Wohnen mit einem Neubau in die Tat umzusetzen. Das perfekte Grundstück dafür fanden sie in Fuldatal, und dann ging es auch schon ans Zeichnen. „Viele Ideen stammen von meiner Frau“, erzählt der Bauherr stolz. Der Bauhaus-Stil mit seiner klaren, reduzierten Sprache hatte es ihnen schon immer angetan. Außerdem wollten sie vor allem ein helles Haus, das sich zum Garten hin öffnet und barrierefrei ist.

Hausreportage: Wohnen dem Garten entgegen

Wohnen dem Garten entgegen

„In unserem Traumhaus möchten wir alt werden. Deshalb haben wir den wichtigen Punkt Barrierefreiheit schon in der Planung konsequent umgesetzt und die Funktionsräume nach den Abläufen des Lebens angeordnet“, erklärt die Bauherrin. Von der Garage in den Hauswirtschaftraum, von der Küche über den großzügigen Wohnbereich bis hin zu den Privaträumen und das Bad gibt es keine Stufe, sodass im Bedarfsfall jeder Weg auch mit einem Rollstuhl problemlos bewältigt werden könnte. In dem Architekten-Team KM-Architekten von Thomas Meyer und Kelvan Karampour aus Ahnatal fanden die beiden die richtigen Partner mit einem offenen Ohr für ihre Ideen. Die Lebensbereiche Küche, Wohnen und Schlafen sind zum Garten hin orientiert. Funktionsbereiche wie die Garage, der Hauswirtschaftsraum und das helle, großzügige Bad liegen in dem geschlosseneren Trakt Richtung Straße. Beim Betreten des Hauses gelangt man direkt in das Herzstück - den großzügigen Lebensbereich, der Wohnen, Essen und Kochen vereint. Große helle Bücherregale umgeben die gemütlichen Sitzplätze im Wohnbereich und vermitteln die Lesebegeisterung der Bewohner. Der helle und großzügige Raum bildet den idealen Rahmen, um die Kunstobjekte der Bewohner ins rechte Licht zu rücken. Vom Wohnbereich durch eine Wandscheibe getrennt und durch die Offenheit des Raumes doch verbunden, schließen sich der Essbereich und die Küche an.

Kommunikative Offenheit

„Mit der Wand im Rücken sitzt man einfach gemütlicher, das haben gesellige Abende mit unseren Freunden schon gezeigt“, sagt die Bauherrin. Und diese Geselligkeit lässt sich in der offenen, puristisch gestalteten, weißen Küche wunderbar leben. Hier können mehrere Leute gleichzeitig kochen, während es sich die anderen schon am Esstisch gemütlich machen. Ein besonderer Clou ist die weiße Arbeitsplatte, die an der Ostseite in den Fensterrahmen übergeht. Eine moderne, deckennahe Dunstabzugsanlage bietet maximale  Kopffreiheit und saugt Gerüche kraftvoll aber geräuscharm direkt über das Flachdach ab.

Frische Luft in allen Räumen

Eine Einheit bilden die Wohnbereiche auch durch den einheitlichen Bodenbelag. Bis auf das Bad ist in allen Räumen nussbaumfarben- gelaugtes Eichenparkett verlegt. Darunter wärmt die Fußbodenheizung die Räume. „Ein echtes Plus an Lebensqualität ist auch die Lüftungsanlage mit Wärmetauscher. Ohne Energieverlust durch geöffnete Fenster haben wir immer in allen Räumen frische Luft, ohne das es irgendwo zieht“, erklärt der Hausherr. Dadurch hat auch Schimmel keine Chance. Alle Gewerke haben die Bauherren gemeinsam mit dem Architektenteam an regionale Betriebe vergeben und sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Während der neunmonatigen Bauzeit waren wir etwa dreimal am Tag auf der Baustelle und haben nach dem Rechten gesehen. Das war auch für die tollen Handwerker eine Motivation. Alle haben sauber gearbeitet und waren pünktlich fertig, so dass alle Schritte gut in einander griffen.“ Das ist keine Selbstverständlichkeit. Viele Details wurden speziell für dieses Haus auf Maß angefertigt. So zum Beispiel die hochwertigen Holz-Alu-Fenster. „Wir wollten eine maximale Öffnung zum Garten hin. Da hätten breite Fensterrahmen nur gestört“, erzählt die Bauherrin. Zusammen mit dem Architekten und der beauftragten Schreinerei aus Hofgeismar fanden sie eine Lösung. Die Fensterrahmen wurden in den Boden und die abgehängte Decke eingelassen und wirken nun rahmenlos – ein atemberaubender Effekt bei einer fast 25 Meter langen Fensterfront. Genauso lang erstreckt sich über die gesamte Breite des Hauses eine Terrasse, die im Sommer als weiteres Zimmer im Grünen genutzt wird. (psh)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.