Wohntraum in Oberaula

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Ein grau-weißes Farbkonzept und klare Formen sorgen für moderne Behaglichkeit.

In Oberaula hat sich für die Eigentümer eines 2009 erbauten Hauses ein echter Traum erfüllt. Mitten im Ort hat das Paar ein Grundstück gekauft und 2008 mit den Planungen für ein sehr individuelles und spezielles Domizil begonnen.

Moderne Behaglichkeit in Oberaula

Das Niedrigenergiehaus besticht durch klare Linien. Die kubische Form haben die Eigentümer selbst entworfen. Dafür hat das Paar stundenlang gezeichnet und getüftelt. Bewusst haben die Oberaulaerin und ihr Partner, der gebürtig aus Bayern kommt, die Entscheidung getroffen, nicht im Neubaugebiet zu bauen. Die Argumente liegen für das Paar klar auf der Hand: Einkäufe können beide zu Fuß erledigen. In unmittelbarer Nähe befinden sich Ärzte und Geschäfte des täglichen Bedarfs. Am 22. Januar 2009 sind beide in ihren 192 Quadratmeter großen Wohntraum gezogen. Nicht nur rein optisch ist das Haus von der Garage bis zum Dachboden durchdacht. Alle Räume sind den bereits vorhandenen Möbeln angepasst worden. Dabei hat das Paar antikes Mobiliar mit modernen, schlichten Holzmöbeln kombiniert. Ein Farbkonzept zieht sich wie der sprichwörtliche rote Faden durch das Haus. Bei den Eigentümern ist jeweils ein Faden grau, der andere weiß: „Bunt hatten wir es beide viele Jahre“, erklärt die Hauseigentümerin das dezente Spiel mit Farben. „Wir wollten einfach Farben haben, die nicht dem Trend unterliegen, sondern schlicht zeitlos sind“, ergänzt ihr Lebensgefährte.

Großzügig und weit

Die Außenfassade ist in grafisch klare Blöcke unterteilt: anthrazitgrau wechselt mit reinem weiß. Die klaren Linien werden bereits im Flur konsequent wieder aufgegriffen. Alle Fliesen, auch die in Küche und Gästetoilette, sind entgegen den Empfehlungen nicht diagonal, sondern gerade verlegt. Das verstärkt den optischen Eindruck von Großzügigkeit und Weite. Die glänzende Oberfläche des Feinsteinzeugs verstärkt dieses Raumgefühl.

Im Wohn- und Essbereich dominieren helle Töne. Bodenhohe Fenster lassen viel Licht herein. Auf dem Boden sorgt strukturiertes Laminat für die gemütliche und behagliche Note. Eine schlichte Sitzlandschaft schafft einen ruhenden Mittelpunkt. Auf der Gegenseite dominiert der Essbereich: Ein schlichter Holztisch mit Sitzbänken. Der Clou: Anstatt Sitzkissen haben die Eigentümer wärmende Filzunterlagen in grau ausgelegt.

Leuchtende Nuancen

Über zwei Stufen erreicht man die geradlinige und moderne Küche. Eine Kochinsel lädt zum Experimentieren und Schnippeln ein. Die Beleuchtung ist dezent, aber unglaublich wirkungsvoll. Schlichte Nischen, akzentuiert mit hängenden Accessoires, setzen leuchtende Nuancen. Wieder im Flur ist ein alter Ofen der absolute Blickfang. Vier Mal im Jahr wird das ausrangierte Möbelstück mit neuen Dekorationen versehen – wie übrigens auch das gesamte Haus. Dabei hat die Hauseigentümerin eine klare Linie. Pflanzen ergänzen die minimalistischen Arrangements. Im gesamten Haus finden sich entweder Grünpflanzen oder aber Blühpflanzen – jedoch ausschließlich mit weißen Blüten. Im Gäste-WC setzt sich das grau-weiße Interieur fort: Fliesen sind in optisch reizvollen Bahnen verlegt. Ungewöhnlich, schick, und ein echter Blickfang. Das durchdachte Konzept spiegelt sich in jedem Detail. Im Erdgeschoss sind alle Türen in einem dunklen Ebenholz-Ton gehalten, im Obergeschoss sind die Türen weiß. Ein Hauswirtschaftsraum verbindet das Haus mit der Garage.

Klar und sortiert

Eine Treppe, ebenfalls akzentuiert mit dunklen Holzstufen, führt ins Obergeschoss. Fliesen wechseln sich hier mit dunkelgrauem, hochflorigem Teppichboden ab. Großzügig: die ebenfalls bodenhohen Fenster. Im Arbeits- und im Gästezimmer findet das Mobiliar aus vormals zwei Wohnungen eine optimale Nutzung. Das Farbkonzept strahlt insbesondere im Schlafzimmer Ruhe aus. Die Einrichtung kommt ohne jegliche Aufregung aus. Klar und sortiert wirkt die Einrichtung. Mit viel Liebe zum Detail hat der Hauseigentümer auch die Lampen ausgesucht. Pfiffige Designelemente, die unaufdringlich für genügend Helligkeit sorgen. Das Badezimmer ist sowohl vom Schlafzimmer als auch vom Flur begehbar. Auch hier kommt die Einrichtung ohne Schnickschnack aus.

Barrierefreie Dusche

Dunkelgraue, matte Fliesen gehen eine spannende Symbiose mit hochglänzenden Optiken ein. Intimsphäre garantiert eine geflieste Abtrennung der Toilette. Originell ist die Dusche - ohne Tür oder Kabine. Die geflieste Nische ist barrierefrei und großzügig. Während die Badeinrichtung im Untergeschoss rund ist, dominieren oben klare Formen. Unter der Dachkonstruktion, einem Pultdach, findet sich ein Abstellraum, der unmittelbar über der Garage liegt. Eine eingebaute Luke vereinfacht den Transport von Autoreifen oder Kartons, die einfach per Seil hinauf- oder hinab gelassen werden.

Worte verlieren sollte man noch über die geschmackvollen Dekorationen: Das einheitliche Konzept rundet das Ambiente des Hauses geschmackvoll ab. Vier Mal im Jahr, je nach Jahreszeit, arrangiert die Hauseigentümerin jeden Winkel neu. Originell sind Metallkonstruktionen, die an den Wänden mal leicht, mal rustikaler wirken. Die hat der Hauseigentümer in der eigenen kleinen Werkstatt nachgebaut. Als Vorlage dienten Accessoires aus Einrichtungsgeschäften. „Wir gehen gern auf Ideenklau“, sagt das Paar. Der Garten wird von der riesigen Terrasse dominiert. Über drei Hausseiten verläuft der hölzerne Schiffsboden. In der aufgeschütteten Fläche rundherum setzen graue Steine stilvolle und moderne Akzente. Die Konzeption des Hauses wird im Freien ihren Abschluss finden. Schilf und andere grüne Stauden sollen für Sichtschutz sorgen. Die Hauseigentümer freuen sich jeden Tag über ihr ganz privates Wohnglück. „Wir haben viele Jahre in kleinen, dunklen Wohnungen gewohnt – endlich haben wir Licht, Struktur, Ruhe und Großzügigkeit. Dieses Haus ist auf all unsere Bedürfnisse zugeschnitten.“ (zsr)

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