Wohnungswirtschaft warnt vor Geisterstädten

+
Der Bund schraubt die Städtebauförderung zurück.

Berlin - Leer stehende Wohnungen und Bürokomplexe - was im Osten Deutschlands häufiger vorkommt, droht nun auch westdeutschen Großstädten. Die deutsche Wohnungswirtschaft warnt vor einem schleichenden Verfall.

“Ohne eine starke Städtebauförderung drohen intakte Stadtzentren zu Geisterstädten und lebenswerte Gebäude zu Ruinen zu werden“, sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (GdW), Axel Gedaschko, am Dienstag in Berlin. “Eine zweite Leerstandswelle rollt auf uns zu“, dies gelte nicht nur für Ostdeutschland, sondern auch für den Westen der Republik. Ursache dafür sei die schrumpfende Bevölkerung und die Abwanderung aus bestimmten Regionen.

Der GdW-Chef warf der Bundesregierung vor, die Städtebauförderung unverhältnismäßig zu kürzen. “Die Schuldenbremse wird von uns unterstützt. Aber wir sehen, dass in anderen Bereichen weit weniger gekürzt wird“, sagte Gedaschko. Die Städtebauförderung des Bundes habe 2009 noch 570 Millionen Euro betragen, im kommenden Jahr seien es nur noch 410 Millionen Euro. Dabei sei sie “keine Subvention“, sondern die Beteiligung des Staates an einer öffentlichen Aufgabe.

Gedaschko machte sich dafür stark, die Wärmedämmung von Häusern über 2014 hinaus zu fördern. Bis dahin stellt der Bund dafür jährlich 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Geplante steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten werden bislang von den Bundesländern verhindert. Gedaschko forderte die Länder auf, ihre Blockade aufzugeben. Der GdW vertritt als größter Dachverband der Branche die Interessen von rund 3000 Wohnungsunternehmen und Genossenschaften.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.