Checkliste Altbausanierung:

Checkliste Altbausanierung: Zehn goldene Regeln für Modernisierer

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Alte Häuser zu sanieren, ist eine schwierige Aufgabe. Der besondere Charakter des Gebäudes soll erhalten werden, gleichzeitig muss es energetisch und bautechnisch auf den aktuellen Stand gebracht werden. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall hat eine Checkliste erstellt, wie der Spagat gelingt.

Regel 1: Bei der Planung Prioritäten setzen

Bei der Sanierung alter Bausubstanz ist darauf zu achten, dass die entscheidenden Maßnahmen im bestmöglichen Standard ausgeführt werden. Im Zweifel kann man dort sparen, wo jederzeit leicht geändert werden kann. Andernfalls ärgert man sich später über grundlegende Mängel, die sich nicht so einfach beseitigen lassen wie ein unattraktiver Türdrücker.

Regel 2: Bei Dacheindeckung alte Form mit neuer Qualität verbinden

Die Auswahl von Materialien zur Dacheindeckung ist gewaltig. Dank des technischen Fortschritts lassen sich heutige Dachpfannen leichter sturmsicher und regendicht verlegen als frühere Generationen. Wer alte Form und Farbe mit neuer Qualität kombiniert, hat im besten Fall für 50 Jahre „Ruhe auf dem Dach“.

Regel 3: Dachausbau mit Stilgefühl

Unterm Dach schlummern beliebte Ausbaureserven. Bei der Erschließung neuen Wohnraums im Dachgeschoss gilt es darauf zu achten, dass ausreichend natürliches Licht einfällt und die Verteilung der Fenster harmonisch ist. Gauben haben den Vorteil, dass sie zusätzlichen Raum schaffen. Sie eignen sich aber nicht für jedes Haus – ihr Einbau ist erst ab einer Neigung von 30 Grad zu empfehlen. Harmonisch ins Gesamtbild fügen sich Gauben in der Regel nur, wenn sie nicht größer sind als darunterliegende Fassadenfenster und sich mit diesen möglichst auf einer Achse befinden.

Regel 4: Schöne Fassaden nicht durch Außendämmung verschandeln

Fassaden aus Fachwerk oder patinierten Klinkern sind erhaltenswerte Kulturleistungen und sollten nicht hinter einem Wärmedämmverbundsystem verschwinden. Stilvolle historische Außenwände und effiziente Dämmung sind aber nicht zwangsläufig Gegensätze. Bei zweischaligem Mauerwerk, mit ausreichendem Abstand zwischen tragender Mauer und Vorsatzschale, kann der Dämmstoff eingeblasen werden. Ist das nicht möglich, gibt es bauphysikalisch einwandfreie Systeme zur Dämmung von innen. Häuser mit Putzfassade können natürlich von außen gedämmt werden. Man sollte aber auf die Proportionen des Gebäudes achten: Dachüberstand und Position der Fenster sind an die dickere Wand anzupassen.

Regel 5: Fenster historisch belassen

Auch im historischen Altbau können heute problemlos Wärmeschutzfenster eingebaut werden. Handelt es sich um ein Baudenkmal, muss man vorher die örtliche Denkmalschutzbehörde konsultieren. Inzwischen bieten viele Hersteller Fensterprofile verschiedener Stilepochen an oder bauen sogar historische Fenster individuell nach. Technisch ist es möglich, modernes Isolierglas so einzubauen, dass die Optik alter, einfach verglaster Fenster erhalten bleibt – etwa durch Profilleisten und äußere Blendrahmen oder Verbundfenster mit Flügeln, die sich wie Einfachfenster öffnen lassen. Holz ist dabei das klassische Material, aber auch Kunststoffnachbildungen sind durchaus möglich.

Regel 6: Haustüren nachrüsten

Schöne alte Haustüren passen perfekt zum Haus. Nur sind sie häufig verzogen und nicht gedämmt oder einbruchsicher. Wer einen Tischler einen Blick darauf werfen lässt, bekommt das Problem schnell gelöst: Manche Türen können nachgerüstet - und alle im heutigen Standard nachgebaut werden.

Regel 7: Innentüren vom Händler für historische Baustoffe

Vor Jahrzehnten hat so mancher Hausbesitzer schöne alte Kassettentüren gnadenlos entsorgt, um moderne glatte Exemplare einzubauen – und es später bitter bereut. Sie wieder durch neue „alte Türen“ zu ersetzen, kann ein kleines Vermögen kosten. Vielversprechend ist dagegen eine Recherche bei Händlern für historische Baustoffe (www.historische-baustoffe.de).

Regel 8: Treppengeländer erhalten, Stufen erneuern

Eine knarrende, durchgetretene Treppe ist lästig und gefährlich, vor allem wenn die Stufen ausgetreten sind. Die alten Geländer sind häufig wahre Schmuckstücke im Treppenhaus, auf die man nicht ohne Not verzichten sollte. Wenn die Statik der Treppe noch intakt ist, lassen sich auf die alten Stufen auch so genannte Renovierungsstufen setzen.

Regel 9: Beim Bodenbelag nicht zu dick auftragen

Muss ein neuer Fußboden verlegt werden, kann es viel Zeit sparen, wenn man den alten gar nicht erst entfernt. Doch Vorsicht: Ist der neue Belag nur etwas zu dick, schleifen die Türen oder lassen sich gar nicht mehr öffnen. Dann könnte man zwar die Türblätter kürzen – diese Arbeit lässt sich aber vermeiden, wenn man von vornherein zu einem so genannten Renovierungsboden greift. Er ist millimeterdünn und in vielen Varianten erhältlich.

Regel 10: Alte Bausubstanz durch moderne Akzente betonen

Die wenigsten alten Häuser sind Baudenkmäler – daher muss man sie auch nicht so behandeln. Es kann sogar ausgesprochen attraktiv aussehen, die alte Bausubstanz durch moderne Akzente noch besser zur Geltung zu bringen –indem man etwa eine nicht mehr vorhandene alte Kassettentür durch eine aus Glas ersetzt oder wenn sich ein Balkongeländer aus Edelstahl gut mit verwittertem Klinker ergänzt. Wichtig ist dabei der klare Kontrast aus Form, Material und Stilepoche – auch hier ist das Stilgefühl des Bauherrn gefragt! (nh)

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