Sanierungsirrtümer - Teil 3

Zentrale Lüftungsanlagen: besser als ihr Ruf

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Lüftungsanlagen sind besser als ihr Ruf

Ratgeber und Verbraucherzeitschriften sind voll mit guten Tipps zum richtigen Lüften. Doch nicht jeder hat Zeit und Lust, mindestens zwei Mal am Tag die Fenster im ganzen Haus weit aufzureißen, um frischen Wind hereinzulassen.

„Wer sein Haus ohnehin modernisieren will, sollte über den Einbau einer zentralen Lüftungsanlage nachdenken. Sie spart Energie, sorgt für Wohlfühlklima und verhindert, dass sich Schimmel bildet“, sagt Andreas Skrypietz, Energieberater und Leiter der Klimaschutzkampagne „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Doch noch ließen weit verbreitete Vorurteile viele Hausbesitzer vor dem Einbau zurückschrecken.

„Die Auffassung, man dürfe in einem Haus mit Lüftungsanlage die Fenster nicht mehr öffnen, ist falsch“, so Skrypietz. Wenn trotz Lüftungsanlage die Fenster geöffnet würden, schalte sich die Anlage automatisch ab. Es sei aber so, dass man in einem Haus mit gut funktionierender zentraler Lüftungsanlage gar nicht das Bedürfnis habe, die Fenster aufzureißen. Durch die ständige Luftzufuhr habe man immer frische Luft, und im Winter sorge ein Wärmetauscher dafür, dass die Wärme der Abluft an die frische Zuluft übertragen werde. Besonders bei Niedrigenergiehäusern könne mit einer Lüftungsanlage dadurch der Energieverbrauch wirkungsvoll gesenkt werden. Bei Passivhäusern gehe es ohnehin nicht ohne.

Lüftungsanlage richtig einstellen

Auch die landläufige Meinung, zentrale Lüftungsanlagen seien laut und es würde im Haus ständig „ziehen“, kann Skrypietz nicht bestätigen. „Das passiert nur, wenn die Anlage falsch eingebaut oder eingestellt wurde“, so der Experte. Richtig dimensionierte und gut eingebaute Lüftungsanlagen sorgten dafür, dass verbrauchte Luft und Feuchtigkeit nach draußen transportiert würden und frische Luft einströme. Damit die Raumluft zirkulieren könne und die dahinterliegende Fläche nicht auskühle, sollten Außenwände nicht durch Möbel verstellt werden. „Wenn die warme Heizungsluft sich nicht gleichmäßig verteilen kann, bildet sich Kondensfeuchtigkeit, die ideal für Schimmel ist“, erklärt Skrypietz.

Ein weiterer Vorteil sei, dass sogar bei Windstille oder im Schlafzimmer, wo selten ausreichend gelüftet werde, Feuchtigkeit und verbrauchte Luft abtransportiert würden. Skrypietz: „So herrschen immer angenehme Luftverhältnisse im Haus, und die Bewohner können sich wohlfühlen.“ Wer sich nicht sicher sei, ob eine Lüftungsanlage für ihn oder sie sinnvoll sei, könne einen Experten der Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ befragen. In der Energie-Checker-Datenbank auf www.sanieren-profitieren.de finden Hausbesitzer Handwerker, Architekten und Ingenieure, die eigens für die Ausführung eines kostenlosen Energie-Checks der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geschult wurden. (nh)

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