Wer bestellt, der bezahlt

Bestellerprinzip für Immobilienmakler

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Ab dem Frühjahr sollen in Deutschland die Mietpreisbremse und das Bestellerprinzip für Immobilienmakler in Kraft treten.

Berlin - Im Frühjahr soll das neue Gesetz der Mietpreisbremse in Kraft treten, zudem soll von da an das Bestellerprinzip für Immobilienmakler gelten. Makler wehren sich dagegen.

Die Bundesregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag auf eine Mitpreisbremse geeinigt. Die soll im Frühjahr 2015 in Kraft treten. In Folge dessen soll nun auch eine Art Bestellerprinzip für Makler gelten. Das bedeutet, wer zukünftig den Immobilienmakler bestellt, der muss ihn auch bezahlen - und dass ist meistens der Vermieter. Damit werden Mieter rund 571 Millionen Euro pro Jahr an Maklergebühr sparen, schätzt die Bundesregierung. 

Experten des Versicherungskonzerns ARAG zeigen sowohl die positive als auch negativen Seiten des neuen Gesetzes auf.

Bis jetzt mussten stets die Mieter für die Maklerkosten aufkommen, obwohl dieser von den Vermietern beauftragt wurde, nach neuen Mietern zu suchen. Damit entstehen für die neuen Mieter hohe Kosten, die sich schnell mal auf mehrere tausend Euro belaufen. Mit der neuen Gesetzgebung verlagern sich die Kosten auf den Vermieter, der ja schließlich auch den Auftrag erteilt. Mietvereine und Verbraucherschützer unterstützen daher das Bestellerprinzip.

Makler sehen den neuen Vorgaben weniger fröhlich entgegen. Sie fürchten um ihre Existenz, da viele Vermieter sich nun zwei Mal überlegen ob sie sich einen Makler leisten wollen oder nicht. Dadurch könnten sich Neuvermietung verzögern und den Maklern Provisionen entgehen. Würde ein Makler beispielsweise für jemanden eine Wohnung suchen, derjenige lehnt das Angebot jedoch ab und der Makler bietet dieselbe Wohnung einem anderen an, so hätte der Makler keinen Anspruch auf die Provision.

Laut den ARAG-Experten bestehen außerdem die Befürchtungen, dass die Eigentümer die Mietpreise bis zum in Kraft treten der Mietpreisbremse noch einmal deutlich anheben, um so außerhalb des Grenzwertes zu liegen, bei dem das neue Gesetz greifen würde. Eine in Auftrag gegeben Studie der Bundestagsfraktion der Grünen untermauert diese Möglichkeit. Die durchschnittliche Erhöhung der Mieten für Wohnungen mit 65 Quadratmetern lag 2013, zum Zeitpunkt des Starts der Studie, weit unter dem Prozentsatz, bei dem die Mietpreisbremse wirkt. Inzwischen liegen die Erhöhungen häufig über diesem Wert.

Deutschlands Makler sehen sich mit dem neuen Gesetz und dem Bestellerprinzip in die Illegalität gedrängt. Der Immobilienverband IVD hat eine Verfassungsbeschwerde angekündigt und sammelt bereits fleißig Unterschriften für eine Petition beim Bundesrat. Denn aus Sicht der Makler wird ihre Berufsfreiheit nach Artikel 12 des Grundgesetzes eingeschränkt.

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