1. Startseite
  2. Über uns
  3. Kontakt

Kirche gibt Kita-Standort Hospitalstraße auf – keine Sanierung geplant

Uns auf Google folgen
Gebäude
Der Kindergarten Villa Kunterbunt ist wegen Schimmelbefall geschlossen. Das 1890 errichtete Gebäude wurde mehrfach erweitert. Die Schäden breiteten sich von Sanitärräumen im mittleren Bereich aus. © Thomas Thiele

Stadt und Kirchengemeinde schließen eine Sanierung des alten Kita-Gebäudes aus wirtschaftlichen Gründen aus. Ob das über 100 Jahre alte Ensemble abgerissen wird, ist noch offen.

Hofgeismar – Eine Sanierung des Standorts Hospitalstraße für die Nutzung als Kindertagesstätte kommt sowohl für die Stadt Hofgeismar als auch für den Gesamtverband der Hofgeismarer Evangelischen Kirchengemeinden und die Stadtkirchengemeinde Hofgeismar aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Betracht. Das teilten beide auf HNA-Anfrage mit. Zum Thema Abriss ja/nein gab es keine Aussage.

Diese gemeinsame Einschätzung aus heutiger Sicht berücksichtige die Tatsache, dass absehbar künftig in Hofgeismar weniger Betreuungsplätze benötigt werden, erklärte der Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises, Sven Wollert, in einer mit der Stadt Hofgeismar abgestimmten Antwort. Diese traf, wie berichtet, am Mittwochabend kurz vor Redaktionsschluss bei der HNA ein.

Erlaubnis läuft aus

Die Stadtverordnetenversammlung habe laut Wollert am 1. Juni mit dem Beschluss des Haushaltes 2026 die finanzielle Basis dafür geschaffen, die ab dem Kita-Jahr 2027/28 benötigten Betreuungskapazitäten verlässlich zu sichern. Dabei sei geplant, das Gebäude der städtischen Kindertagesstätte „Hohes Feld“ so zu erweitern, dass dort zwei weitere Gruppen betreut werden können. Dies sei notwendig, da für den Ausweichstandort der kirchlichen Kita „Villa Kunterbunt“ an der Brunnenstraße die erforderlichen Genehmigungen zum 30. September 2027 auslaufen.

Angesichts der nun freigegebenen Mittel würden noch vor den Sommerferien die Gespräche zwischen Stadt und Kirche fortgeführt, um die strategische Ausrichtung der Kinderbetreuung zukunftsfähig zu gestalten. Dabei werde angestrebt, die Trägervielfalt in der bisherigen Größenordnung zu erhalten. Es solle, wie Bürgermeister Torben Busse am Rande der jüngsten Stadtverordnetensitzung sagte, neben den kommunalen auf jeden Fall auch kirchliche Kindergärten in der Stadt geben, nur der Standort sei noch offen.

Noch kein Zeitplan

Sobald die offenen Fragen mit der Stadt geklärt sind, so führte Wollert weiter aus, würden sich der Gesamtverband Hofgeismar und die Stadtkirchengemeinde Hofgeismar als Eigentümerin des Geländes an der Hospitalstraße mit der weiteren Verwendung der Gebäude und des Grundstücks beschäftigen. Wollert: „Dafür gibt es aber derzeit noch keinen Zeitplan.“

Dabei gebe es verschiedene Aspekte zu berücksichtigen:

1. Die Kita an der Hospitalstraße bestehe aus einem über etwa 100 Jahren entstandenen Gebäudeensemble. Der Gebäudeteil, der die weitere Nutzung als Kita unmöglich macht, ist bis zur Beseitigung des baulichen Problems auch für andere Zwecke nicht geeignet.

2. Das Ensemble werde künftig nicht mehr für eine Kita genutzt.

3. Der aktuelle Gebäudeprozess der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck habe das Ziel, den Gebäudebestand deutlich zu reduzieren. Dies betreffe vorrangig Gebäude, die nicht wesentlichen Aufgaben der evangelischen Kirche dienen und sich nicht finanziell selbst tragen.

Gebäude
Der Kindergarten Villa Kunterbunt ist wegen Schimmelbefall geschlossen. Das 1890 errichtete Gebäude wurde mehrfach erweitert. Die Eltern sorgen sich wie es weitergeht , weil die Ausweichunterkunft nur noch bis Herbst 2027 genutzt werden kann. Sie sprachen auch mit dem Bürgermester, ohne konkrete Aussagen zu weiteren Planungen zu erhalten. © Thomas Thiele

Welche Konsequenzen daraus zu ziehen seien, könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht seriös beantwortet werden.

Gremien müssen entscheiden

Wollert: „Die zuständigen Gremien von Gesamtverband und Stadtkirchengemeinde werden sorgfältig die Optionen prüfen und die Öffentlichkeit im Anschluss an die Entscheidung informieren.“

Fazit aus vielen Äußerungen: Wie schon beim Umbau der provisorischen Ausweichlösung ist allen Beteiligten klar, dass weder Bau noch Betrieb einer Kita ohne kommunale Mittel möglich sind.